Darlehen, Stellenstreichungen: General Motors vor dem Aus?
VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 03.12.2008 - 07:27Düsseldorf (RPO). Die Krise auf dem Automarkt hat nun auch General Motors voll erwischt. Der US-Autobauer will nicht nur ein Darlehen von 18 Milliarden US-Dollar aufnehmen, sondern plant auch rapide Stellenstreichungen. Bis 2012 sollen 31.500 Jobs wegfallen.
Gestern haben die Bosse der drei Autobauer Ford, Chrysler und General Motors beim US-Kongress ihren Rettungsplan eingereicht. Diesmal erklärten sie in Schriftform, was sie mit dem erbetenen Staatskredit in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar (20 Mrd. Euro) eigentlich anfangen wollen. Schon vor zwei Wochen waren sie persönlich vor dem US-Kongress erschienen, um das Staatsgeld zu erbitten. Aber ausgerechnet auf diese Frage hatten Rick Wagoner (GM), Alan Mulally (Ford) und Robert Nardelli (Chrysler) da noch keine Antwort.
Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" ist Folgendes geplant: Ford will die Produktion von Spritfressern auf kleinere Autos mit schmalem Verbrauch umstellen. Vor allem die Entwicklung von Hybrid- und Elektroautos soll schneller vorangetrieben werden. Außerdem soll die schwedische Marke Volvo verkauft werden.
General Motors will die Produktion in Nordmerika noch weiter zurückfahren. Außerdem ist GM bereit, sich nach Hummer auch von den Marken Saab, Pontiac und der Opel-Schwestermarke Saturn zu trennen. Von einem Verkauf der deutschen Marke Opel ist in dem Konzept offenbar nicht die Rede. Als einzig verkäuflich gilt derzeit allerdings die europäische Nobel-Marke Saab. Die Marke Hummer, die mehr als alle anderen für großvolumige Spritfresser steht, bietet GM schon seit Juni an wie sauer Bier.
Chrysler will mit der Kapitalspritze das Unternehmen stabilisieren und bei einem anderen Autobauer unterschlüpfen. Auch für eine Not-Fusion mit GM sei Nardelli offen, heißt es.
Die drei Chefs sind dem Bericht zufolge bereit, im Falle eines Staatskredites für einen symbolischen Dollar Jahresgehalt zu arbeiten. Damit reagieren sie auf die Kritik an ihrem Auftritt vor dem Senat vor zwei Wochen, zu dem sie ausnahmslos in teuren Privatjets angereist waren, und bei dem sie Medienberichten zufolge bei den Politikern vor allem wegen ihres herrschaftlichen Gebarens angeeckt waren.
Der Kongress will in einer Sondersitzung am Donnerstag oder Freitag über die Vorschläge beraten. Sollte er sie ablehnen, kann erst wieder der neu gewählte Senat ab dem 14. Januar die Staatshilfe gewähren. Bei Ford gehen Beobachter davon aus, dass das Geld noch für ein Jahr reicht. Bei GM schwanken die Angaben zwischen drei Wochen und drei Monaten. Die Kreditlinie von Chrysler ist jetzt schon auf Null.
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