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Autokrise: GM will keine Arbeitsplätze abbauen

zuletzt aktualisiert: 22.11.2008 - 13:07

Frankfurt/Main (RPO). Trotz der Krise bei Opel will der Mutterkonzern General Motors bei der deutschen Tochter keine Werke schließen oder Arbeitsplätze abbauen. Der Chef der GM-Europasparte, Carl-Peter Forster, stimmte jedoch die Mitarbeiter auf eine schwierige Phase ein. "Wir müssen uns auf harte Zeiten nicht nur bei Opel, sondern in der gesamten Automobilbranche einstellen", sagte er laut einem Medienbericht.

Forster verhandelt derzeit mit den Beschäftigten über ein Paket, mit dem GM in Europa 750 Millionen Dollar sparen will. "Werksschließungen, Werksverkäufe oder Arbeitsplatzabbau stehen dabei nicht auf der Tagesordnung", wird der Manager in der "Welt am Sonntag" zitiert.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) schloss allerdings einen Jobverlust in der Branche insgesamt nicht aus. "Wenn die Krise länger andauert, kann ein Arbeitsplatzabbau nicht ausgeschlossen werden", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann der Zeitschrift "Super Illu". Das hänge von der Bereitschaft der Banken ab, kleine und mittlere Unternehmen mit günstigen Krediten zu versorgen.

Wegen der lebensbedrohlichen Krise bei GM will Opel vom Staat eine Milliardenbürgschaft, über die bis Weihnachten entschieden werden soll. Forster sagte, der Konzern habe die Bürgschaft nur für den Fall beantragt, "dass es in den USA größere Probleme geben sollte und der Zahlungsverkehr von der Mutter aus nicht mehr gewährleistet sein sollte". Die Zahlungsfähigkeit sei auch ohne Bürgschaft bis weit ins Jahr 2009 gesichert.

Betriebsrat will hart verhandeln

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz stellte unterdessen Bedingungen für ein Entgegenkommen der Beschäftigten. "Die GM-Belegschaft in Europa wird bei den Verhandlungen über ein neues Sparpaket eine harte Haltung verfolgen. Einen Beitrag der Arbeitnehmer machen wir von der Vorlage eines transparenten Geschäftsmodells für Europa abhängig", sagte er dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

Das GM-Geschäft in Europa solle auf neue Füße gestellt und dies wie eine mögliche Bürgschaft vertraglich abgesichert werden. "Das kann bis zu einer Beteiligung der Mitarbeiter an Opel reichen", wurde Franz zitiert. Anderenfalls würden die Arbeitnehmer freiwillig keinen Cent zur geplanten Senkung der Strukturkosten in Europa beitragen.

Forster sieht Opel weiter bei GM

GM-Manager Forster verwies auf die enge Verflechtung Opels mit den anderen GM-Töchtern Saab und Vauxhall in Europa. Wenn dort Komponenten genutzt würden, die in Deutschland entwickelt oder hergestellt worden seien, sichere dies Arbeit in der Bundesrepublik. Die deutsche Adam Opel GmbH habe nur im Verbund eine Zukunft.

Dagegen sprach sich der Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin dafür aus, die Traditionsmarke aus dem Finanzverbund mit GM herauszulösen und in eine europäische Aktiengesellschaft umzuwandeln. Andernfalls sollte es nach seiner Ansicht kein Geld vom Staat geben, wie Trittin dem "Hamburger Abendblatt" sagte. "Nur wenn der Staat mitredet, kann verhindert werden, dass die Gewinne wieder zum Mutterunternehmen in die USA abfließen."

Quelle: ap

 
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