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Altlast aus Finanzkrise
Britischer Staat beginnt Rückzug aus Royal Bank of Scotland

Großbritannien beginnt Rückzug aus Royal Bank of Scotland
Die britische Regierung veräußert ihre Anteile an der Royal Bank of Scotland. FOTO: ap
London. Der britische Staat nimmt bei der eingeleiteten Privatisierung der in der Finanzkrise mit Steuergeldern geretteten Royal Bank of Scotland Verluste in Kauf.

Bei der Veräußerung eines ersten Anteils in Höhe von 5,4 Prozent bekam die Regierung am Dienstag je RBS-Aktie nur 3,30 Pfund. Das ist ein Drittel weniger, als bei der insgesamt 45,8 Milliarden Pfund schweren Rettung vor sieben Jahren gezahlt wurde. So entstand bislang ein Verlust von 1,1 Milliarden Pfund, umgerechnet 1,56 Milliarden Euro. Der Staatsanteil sinkt auf 72,9 Prozent.

Nach und nach sollen nun Aktienpakete an den Markt gebracht werden - weitere Verluste sind dabei nicht ausgeschlossen. Finanzminister George Osborne verteidigte die Transaktion gegen Kritik der Opposition, die von einem überhasteten Schritt sprach. "Auch wenn es am einfachsten wäre, sich vor schwierigen Entscheidungen zu drücken und die RBS in Staatshand zu lassen, ist es doch das Richtige für die Wirtschaft und die Steuerzahler, mit dem Verkauf unserer Anteile zu beginnen."

Osborne hatte nach dem Wahlsieg der Konservativen im Mai angekündigt, die Privatisierung so bald wie möglich anzugehen. In den kommenden fünf Jahren sollten mindestens drei Viertel der Beteiligung veräußert werden. Bei der ebenfalls geretteten Großbank Lloyds konnte die Regierung den Anteil inzwischen gewinnbringend von über 40 auf unter 14 Prozent senken, auch dank der Erholung des Instituts.

Bei der RBS liege die Sache aber anders, weil der Bank wegen Altlasten aus der Krise am US-Immobilienmarkt noch eine hohe Strafe drohe, sagte der Finanzexperte Chris Leslie von der oppositionellen Labour-Partei. Das Geldhaus hat dafür 2,1 Milliarden Pfund zurückgelegt. Experten schätzen allerdings, dass der Fall RBS bis zu neun Milliarden Pfund kosten könnte.

(REU)
 
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