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Finanzkrise: Hoffnung auf G7-Gipfel

zuletzt aktualisiert: 10.10.2008 - 16:47

Düsseldorf (RPO). Die Finanzmärkte haben die schwierigste Woche seit einigen Jahren hinter sich. Aber wie geht es weiter, wie kann der Teufelskreis durchbrochen werden? Alle Hoffnung fokussiert sich nach dieser schwarzen Woche auf das Treffen der G7-Finanzminister am Freitag in Washington. Allerdings: Ein Patentrezept dürften auch sie nicht haben. 

Finanzminister Peer Steinbrück. Foto: AP, AP

Die Finanzminister der sieben größten Industriestaaten (G7) wollen angesichts der Krise über das weitere Vorgehen beraten. Im Zentrum der Erörterungen soll die Frage stehen, wie die Schockwellen für die Weltwirtschaft begrenzt und eine Wiederholung der derzeitigen Schwierigkeiten in Zukunft verhindert werden können. Dazu liegt den Ministern unter anderem ein Acht-Punkte-Plan (siehe Bilderstrecke) des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück (SPD) vor, der mehr Kontrolle und Transparenz für die Finanzmärkte fordert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zur Bewältigung der Finanzkrise eine internationale Zusammenarbeit angemahnt. Nötig seien "internationale Regeln", damit sich eine Finanzkrise wie derzeit nicht wiederhole, sagte Merkel am Freitag in Dresden auf einem CDU-Perspektivkongress. Zugleich verteidigte sie angesichts der schwierigen Situation das Eingreifen des Staates.

Auch IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hält eine stärkere Rolle des Staates und internationale  Kooperationen für angebracht. "Die Lage heute ist ernst, sie ist sogar gefährlich", sagte er. Dies sei Folge "eines Scheiterns der Überwachung und Regulierung" der Finanzmärkte, "ein Scheitern des Glaubens, dass der Markt sich selber regeln kann". Er werde nicht zulassen, dass es nach der Krise wieder "Business as usual" geben werde und alle zu den alten Gewohnheiten zurückkehren würden.

"Wir müssen die Funktionsweise des Systems, die Spielregeln und die Regulierung verändern." Die Finanzmärkte brauchten "mehr Staat", um richtig zu funktionieren. Auf internationaler Ebene heiße das, dass internationale Organisationen stärker in die Regulierung eingebunden werden müssten.

Kakophonie im Vorfeld

Über die einzusetzenden Mittel und Maßnahmen herrscht im Vorfeld des Gipfels Vielstimmigkeit, Zur Beruhigung der Finanzmärkte empfiehlt der britische Premierminister Gordon Brown auch anderen Staaten die Verstaatlichung ihrer Banken. In einem am Freitag in der "Times" veröffentlichten Artikel riet Brown den Regierungen rund um den Globus, Großbritanniens "wegweisendem" Beispiel zu folgen, Anteile an den größten Banken zu kaufen und ihnen Kredite zur Verfügung zu stellen. Für dieses Hilfspaket hatte London am Mittwoch insgesamt bis zu 500 Milliarden Pfund (rund 630 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt.

Japan will die sieben führenden Industrienationen (G-7) zur Hilfe für kleinere Staaten in der Finanzkrise aufrufen. Finanzminister Shoichi Nakagawa werde beim Treffen mit seinen Kollegen am Freitag in Washington ein entsprechendes Notkredit-Programm des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von etwa 200 Milliarden Dollar (146 Milliarden Euro) vorschlagen, berichteten japanische Medien. Die Nachrichtenagentur Jiji zitierte Nakagawa mit den Worten, Japan sei zu einem "erheblichen Beitrag zur Unterstützung anderer Länder über den IWF" bereit.

Das Hilfsprogramm soll den Berichten zufolge von allen IWF-Mitgliedsländern finanziert werden - zum Teil aus ihren Währungsreserven - und Entwicklungsländer oder kleine Staaten wie aktuell Island unterstützen, wenn diese öffentliche Mittel in den Bankensektor pumpen müssen. Japan werde insbesondere China und die Golfstaaten bitten, sich für das Hilfsprogramm zu engagieren, hieß es in den Berichten.

Wie das "Wall Street Journal" am Freitag berichtete, erwägt die US-Regierung eine Garantie für alle Bankschulden und zweitweise auch für Bankeinlagen. Erst gestern hatte die Bush-Administration erklärt, eine systematische Teilverstaatlichung von Banken zu prüfen.

Japan erwägt G8-Sondergipfel

Sollte der G7-Gipfel scheitern, erwägt Japan die Einberufung eines Sondergipfels der sieben führenden Industrienationen und Russland (G-8). Er bereit, einen Krisengipfel einzuberufen, sagte Japans Regierungschef Taro Aso am Freitag. Japan hat derzeit den G-8-Vorsitz inne. Trotz diverser Rettungspakete, Finanzspritzen und Leitzinssenkungen verzeichnen die internationalen Aktienmärkte weiterhin massive Einbrüche.


 
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