Finanzkrise: HSH-Nordbank-Chef Berger tritt zurück
zuletzt aktualisiert: 10.11.2008 - 15:38Hamburg (RPO). Der Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank, Hans Berger, hat dem Aufsichtsratsvorsitzenden und den Anteilseignern der Bank seinen Rücktritt angeboten. "Aufgrund der Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die HSH Nordbank" habe sich Berger zu diesem Schritt entschlossen, hieß es darin.
"Der Vorstand hat Intensität und Dauer der Krise sowie die dadurch zutage getretenen Risiken für die Ertragslage der Bank in diesem Ausmaß nicht vorhergesehen", erklärte Berger am Montag. Dafür übernehme er die Verantwortung. Seit dem dritten Quartal würden Abschreibungen und Wertpapierberichtigungen auf die Finanzanlagen die operativen Erträge der Bank überschreiten.
Der Aufsichtsratschef der Landesbank, Wolfgang Peiner, würdigte den Rücktritt als Zeichen von Bergers "Gradlinigkeit und seinem Verständnis von unternehmerischer Verantwortung". Nachfolger soll Finanzvorstand Dirk Jens Nonnenmacher werden.
HSH Nordbank nimmt staatliche Hilfen in Anspruch
Die HSH Nordbank musste vorläufigen Zahlen zufolge in den ersten neun Monaten des Jahres einen Verlust von 360 Millionen Euro verbuchen. Darin sind den Angaben der Bank zufolge unter anderem Brutto-Abschreibungen in Höhe von 720 Millionen Euro enthalten, die unter anderem Belastungen aus der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers berücksichtigen. Vor einer Woche schlüpfte die Landesbank unter den staatlichen Rettungsschirm und beantragte Kreditgarantien in Höhe von 30 Milliarden Euro.
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