50 Milliarden Euro: HSH Nordbank lagert Risiken aus
zuletzt aktualisiert: 07.12.2008 - 10:37Hamburg (RPO). Die HSH Nordbank will Risikopositionen im Wert von rund 50 Milliarden Euro auslagern. Bankenkreise bestätigten auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP einen "Spiegel"-Vorabbericht. Den Kreisen zufolge stammt rund die Hälfte des Volumens aus dem Credit Investment Portfolio.
Die andere Hälfte kommt demnach aus verschiedenen Geschäftsfeldern, wie das Immobiliengeschäft in den USA sowie die Refinanzierung oder das Leasing, aus denen die HSH Nordbank aussteigt.
Der "Spiegel" berichtete, die Auslagerung der Risikooptionen in eine externe Gesellschaft habe zum Ziel, die Kernkapitalquote der Bank auf mindestens acht Prozent anzuheben. Offen sei noch, wie viel frisches Geld die Eigentümer zusätzlich liefern müssten und wie die Haftungsverhältnisse für die neue Gesellschaft aussehen würden. Die HSH Nordbank komme damit den Forderungen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) nach. Der Soffin habe bereits Liquiditätsgarantien von 30 Milliarden Euro zugesagt. Im Gegenzug muss die HSH Nordbank dem Blatt zufolge bis Ende Februar ein Sanierungskonzept vorlegen.
Eine sogenannte Bad Bank ist wörtlich übersetzt eine "schlechte Bank". Gemeint ist damit, dass eine Bank systematisch faule Kredite übernimmt, womit dann andere Banken von solchen Krediten entlastet wären. Nach früheren Angaben der Bayern LB könnten Staaten einen Fonds auflegen, der riskante Kredite und Wertpapiere der inländischen Banken ersteigert. Um am Kapitalmarkt glaubwürdig zu sein, sei dafür in Deutschland ein mittlerer zweistelliger Milliarden-Euro-Betrag notwendig, schätzte die Bayern LB. Letztlich müsse vermutlich nur ein geringer Teil des Brutto-Volumens vom Steuerzahler getragen werden.
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