Finanzkrise: Hypo Real Estate-Chef Funke geht
zuletzt aktualisiert: 07.10.2008 - 15:01München (RPO). Die ersten Köpfe rollen: Nach massivem öffentlichen Druck hat der Vorstandschef der schwer angeschlagenen Hypo Real Estate, Georg Funke, seinen Posten geräumt. Funke verlasse im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung das Unternehmen.
Dies teilte die Immobilienbank am Dienstag in einer Pflichtmeldung für die Börse mit. Über Funkes Nachfolge werde der Aufsichtsrat noch am Dienstag entscheiden.
Nach der überraschenden Offenlegung neuer Milliardenlöcher bei dem DAX-Konzern war der Druck auf die Manager der Bank in den letzten Tagen deutlich gewachsen. Finanzminister Peer Steinbrück forderte die zügige Ablösung von Vorstandschef Funke und Aufsichtsratschef Kurt Viermetz. Nach dem Eingeständnis weiterer Milliardenlöcher hatten Regierung und Banken am Wochenende ein neues Rettungspaket für den angeschlagenen Finanzkonzern schnüren müssen. Die Banken stockten ihre Kreditlinie für den Immobilienfinanzierer um 15 Milliarden Euro auf.
Bereits Anfang des Jahres war der 53-jährige Topmanager wegen seiner Informationspolitik massiv in die Kritik geraten. Funke hatte zunächst betont, die Bank sei von der Finanzkrise in den USA kaum betroffen. Im Januar 2008 hatte das Institut dann einen massiven Gewinneinbruch und Millionenabschreibungen bekannt geben müssen. Analysten und Aktionärsschützer hatten bereits damals den Rücktritt von Funkes gefordert.
Der Betriebswirt stand seit der Gründung der Hypo Real Estate im Jahr 2003 an der Spitze des Instituts, das aus eine Ausgliederung des Geschäfts mit gewerblichen Immobilienkredite der HypoVereinsbank entstanden war. Die Hypo Real Estate war im Zuge der internationalen Finanzmarktkrise durch massive Probleme bei der irischen Tochter DEPFA ins Trudeln geraten. Nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers bekam die DEPFA Probleme, sich kurzfristig am Kapitalmarkt zu refinanzieren.
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