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Gescheiterte Milliarden-Hilfe: Hypo Real Estate erneut vor dem Aus

zuletzt aktualisiert: 05.10.2008 - 10:16

München (RPO). Nach dem Scheitern des Rettungspakets für den angeschlagenen Finanzkonzern Hypo Real Estate (HRE) kämpft die Bank ums Überleben. Der Krisengipfel zur Rettung des Immobilienfinanzierers ist am Sonntag zusammengetreten. Die Zeit drängt, denn wenn am Montag die Börsen öffnen, steht die Existenz der HRE auf dem Spiel.

Die Hypo Real Estate kämpft ums Überleben. Jetzt will sie 15 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket in Anspruch nehmen.  Foto: AFP, AFP
Die Hypo Real Estate kämpft ums Überleben. Jetzt will sie 15 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket in Anspruch nehmen. Foto: AFP, AFP

Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig, sagte, die Bundesregierung beteilige sich an der Suche nach einer Lösung nach dem Scheitern des 35-Milliarden-Euro Pakets. Die Vertreter der Finanzwirtschaft aus Frankfurt am Main stoßen den Angaben zufolge im Laufe des Tages zu den Beratungen hinzu.

Die Finanzbranche hatte ihre Zusage für einen Kredit von 15 Milliarden Euro zurückgezogen, der Bestandteil des vergangene Woche ausgehandelten Rettungspakets für das Dax-Unternehmen war.

"Wir kämpfen jetzt um den Fortbestand des Unternehmens", sagte HRE-Sprecher Hans Obermeier am Samstagabend auf ddp-Anfrage in München. Wie die Bundesregierung reagieren wird, ist offen. Der Bund sei von der HRE nicht vorab über die neue Sachlage in Kenntnis gesetzt worden, sagte Albig, der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die Konsequenzen würden nun geprüft.

HRE berät über weiteres Vorgehen

Auch die HRE-Bank kündigte an, die Folgen für das Unternehmen zu untersuchen. Es werde nach "alternativen Maßnahmen" gesucht. HRE-Sprecher Obermeier betonte, das Unternehmen vertraue darauf, dass allen Beteiligten der Ernst der Lage bewusst sei. Die Situation der HRE-Bank berge Risiken für das ganze Finanzsystem. "Das wissen alle", sagte er.

Die HRE brauche eine Kreditlinie, betonte Obermeier. Man hoffe weiterhin auf Hilfe. Wie es nun weitergehe, sei "Sache der Banken". Die Großaktionäre der HRE hätten bereits versichert, zur Unterstützung zur Verfügung zu stehen.

35 Milliarden reichen nicht aus

Der Bund und zahlreiche Banken hatten sich vor knapp einer Woche auf den 35 Milliarden Euro schweren Hilfsplan geeinigt, wobei der Bund für 26,6 Milliarden Euro bürgen sollte. 15 Milliarden sollten als kurzfristiger Kredit an die HRE-Bank fließen. Diese zugesagte erste Kreditlinie hätten die Banken am Samstag zurückgezogen, sagte Obermeier.

Vor der überraschenden Mitteilung der HRE hatten mehrere Zeitungen bereits berichtet, dass der Rettungsplan ins Wanken geraten sei. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" aus Finanzkreisen stellte die Deutsche Bank bei einer Prüfung fest, dass die HRE-Bank deutlich mehr Geld benötige als bislang angenommen. Dem Bericht zufolge soll in einer Telefonkonferenz mit Bankenvertretern am Freitagabend die Höhe des anstehenden Liquiditätsbedarfs der HRE bis Ende der kommenden Woche auf 20 Milliarden Euro beziffert worden sein. Bis Jahresende würden bis zu 50 Milliarden Euro fehlen, bis Ende 2009 sogar 70 bis 100 Milliarden Euro.

Sondergipfel der europäischen G8-Staaten

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) war am Samstag zum Sondergipfel der vier europäischen G8-Staaten nach Paris gereist. Dort hatten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien über die Finanzkrise beraten.

Die vier Staaten einigten sich darauf, europäische Banken in der Krise zu unterstützen. Jedes Land solle dabei eigenständig bleiben, aber man wolle sich abstimmen, hieß es. Obermeier betonte, die HRE vertraue nun auch darauf, dass sich Deutschland an diese Zusage halte und zu Hilfe komme.

Quelle: afp

 
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