Nach Rettungspaket: Hypo Real Estate will 600 Stellen streichen
zuletzt aktualisiert: 19.12.2008 - 14:19München (RPO). Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) plant Medienberichten zufolge einen massiven Stellenabbau. Das Münchner Kreditinstitut wolle in der gesamten Gruppe etwa 600 Stellen streichen, außderdem gebe es Gespräche über weitere Stützungsmaßnahmen.
Hypo Real Estat plane, etwa ein Drittel der rund 1.800 Stellen streichen, berichtet die Zeitschrift "Spiegel". Zudem liefen mit dem Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) Gespräche über mögliche weitere Stützungsmaßnahmen.
Es sei unter anderem die Variante im Gespräch, wonach die kriselnde HRE-Tochter Depfa komplett vom SoFFin übernommen würde, schrieb das Blatt. Ein Sprecher der HRE und eine Sprecherin des SoFFin wollten den Bericht nicht kommentieren.
Die Hypo Real Estate hatte wegen der Finanzmarktkrise und dem Austrocknen der kurzfristigen Kreditmärkte vor der Pleite gestanden und musste mit einem 50 Milliarden Euro schweren Rettungspaket von Staat und Banken aufgefangen werden. Zusätzlich gewährte der SoFFin dem Immobilienfinanzierer Garantien in Höhe von 30 Milliarden Euro.
Widerstand gegen Depfa-Übernahme
Gegen eine komplette Übernahme der Depfa durch den SoFFin gebe es politischen Widerstand, berichtete das Blatt. In SoFFin-Kreisen heiße es, die Lasten würden dann zu sehr auf Kosten der Steuerzahler und zugunsten der Altaktionäre verteilt. Dem Bericht zufolge soll Bundesbankchef Axel Weber einen Gegenvorschlag zur Sicherung des deutschen Pfandbriefmarktes gemacht haben. Demnach sollen die verbleibenden Spezialfinanzierer entweder bei einer Universalbank angeschlossen oder zu einer großen Pfandbriefbank verschmolzen werden.
Die Münchner Staatsanwaltschaft hat wegen der Beinahe-Pleite der HRE inzwischen Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Marktmanipulation aufgenommen. Betroffen sind alle Ex-Vorstände der Bank, die zwischen November 2007 und September 2008 im Amt waren, sowie der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Viermetz.
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