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Dramatischer Anstieg
Immer mehr Deutsche verschulden sich

Wiesbaden (rpo). Die Zahl der überschuldeten Deutschen steigt auch 2005 weiter dramatisch an. Die Behörden registrieren im Januar 4.521 Verbraucherinsolvenzen - fast 40 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Dagegen scheint sich die Pleitewelle bei Firmen hingegen weiter abzuschwächen. Die Unternehmensinsolvenzen sanken den Angaben nach um knapp sieben Prozent auf 2826 Fälle. Seit November 2003 seien dies erstmals weniger als 3000 Firmenpleiten in einem Monat.

Für Marius Stark von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) kommt der hohe Anstieg der Verbraucherinsolvenzen nicht überraschend. Grund dafür sei das seit 1999 geltende Verbraucherinsolvenzverfahren, das überschuldeten Menschen mit Hilfe einer Beratungsstelle eine geregelte Möglichkeit eröffnet, sich von ihren Schulden zu befreien. "Das Gesetz beginnt erst jetzt zu greifen, da seit 2002 die Gerichtskosten gestundet werden können", erklärte Stark.

Angesichts von über drei Millionen überschuldeten Haushalte in Deutschland sei der Anstieg im Januar lediglich "ein Tropfen auf dem heißen Stein". Seiner Meinung nach dürfte sich die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Gesamtjahr verdoppeln. Denn nur knapp zehn Prozent aller potenziellen Ratsuchenden könnten derzeit von den viel zu wenigen Schuldnerberatungsstellen bedient werden, betonte Stark. 2004 wurden knapp 50 000 Privatinsolvenzen gemeldet.

(ap)
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