Finanzkrise: IWF rettet Island vor dem Bankrott
zuletzt aktualisiert: 20.11.2008 - 07:22Washington (RPO). Der Internationale Währungsfonds (IWF) rettet Island vor dem Bankrott – mit einem Kredit über 2,1 Milliarden Dollar (knapp 1,7 Milliarden Euro). Wie der IWF mitteilte, werden zunächst 827 Millionen Dollar ausgezahlt. Der Rest soll der Regierung in Reykjavik in Tranchen von 155 Millionen Dollar überwiesen werden.
Der IWF-Kredit an Island ist der erste derartige Beistandsfall für einen westeuropäischen Staat seit 1976, als Großbritannien von der Washingtoner Finanzinstitution unterstützt wurde. Eine Grundsatzeinigung mit der isländischen Regierung wurde bereits am 24. Oktober erzielt.
Zunächst sollte der Kredit am 5. November gewährt werden. Dann mussten jedoch noch Meinungsverschiedenheiten über eingefrorene Konten niederländischer und britischer Kunden bei isländischen Banken ausgeräumt werden.
Isländische Banken hatten in den vergangenen Jahren in großem Stil das Kapital von Anlegern aus dem Ausland angezogen. Durch die Weltfinanzkrise wurden die isländischen Banken dann besonders hart getroffen. Die größten Banken wurden verstaatlicht.
Die isländische Regierung geht derzeit davon aus, dass die Staatsverschuldung im kommenden Jahr von 29 Prozent auf mehr als 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts emporschnellt.
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