Lehman-Überweisung: KfW entlässt zuständige Vorstände fristlos
zuletzt aktualisiert: 29.09.2008 - 11:04Berlin (RPO). Die beiden suspendierten KfW-Vorstände werden fristlos entlassen. Detlef Leinberger und Peter Fleischer müssen sich damit für die fehlerhafte Überweisung an die US-Pleitebank Lehman Brothers verantworten.
Die fristlose Kündigung sei vom Verwaltungsrat beschlossen und "Konsequenz aus den Ergebnissen einer rechtlichen Überprüfung durch die eingeschalteten Anwälte", teilten Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am Montag mit. Die beiden Vorstände werden für die fehlerhafte Überweisung an die US-Pleitebank Lehman Brothers in Millionenhöhe verantwortlich gemacht.
Die KfW hatte am Tag der Insolvenz von Lehman noch 300 Millionen Euro für ein Währungstauschgeschäft an die US-Investmentbank überwiesen. Dadurch war der Bank aufgrund von Wechselkurseffekten ein Verlust von 350 Millionen Euro entstanden.
Die Entscheidung für diese Überweisung hatte die Bank nach eigenen Angaben drei Tage vor der Pleite bewusst getroffen. In der Folge war die gesamte Struktur der Bank mit ihrem 37-köpfigen Verwaltungsrat in die Kritik geraten.
Zum Schicksal eines zusammen mit den beiden Vorständen vom Dienst suspendierten Bereichsleiters der KfW machten Glos und Steinbrück am Montag keine Angaben. Presseberichten zufolge war er zum Zeitpunkt der Überweisung im Urlaub.
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