Herabstufung des Griechenland-Ratings: Kritik in der EU an Moody's
zuletzt aktualisiert: 15.06.2010 - 15:03Oslo/Straßburg (RPO). Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands auf Ramschstatus durch die Ratingagentur Moody's ist in der EU auf deutliche Kritik gestoßen. Diese Entscheidung sei "irrational", sagte der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker, am Dienstag vor Journalisten in Oslo.
Die Finanzmärkte hätten die Entscheidungen der EU bezüglich Griechenland falsch interpretiert. Sie würden in "einigen Monaten sehen, dass sie sich getäuscht haben". EU-Währungskommissar Olli Rehn nannte die Entscheidung der Ratingagentur Moody's "erstaunlich und unglücklich". Griechenland habe Maßnahmen beschlossen, um sein Statistik-System zu reformieren, seine öffentliche Finanzen zu sanieren und ein langfristig nachhaltiges Wachstum wiederherzustellen, sagte Rehn vor dem Europaparlament in Straßburg.
Auf dieses Programm habe sich Athen mit der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geeinigt. Damit seien die negativen Auswirkungen auf die griechischen Anleihen "beträchtlich reduziert" worden. Dem trage die Entscheidung von Moody's nicht Rechnung.
Die Finanzagentur hatte die Bewertung der griechischen Anleihen am Montagabend von A3 auf Ba1 herabgestuft. Griechische Anleihen gelten damit aus Sicht von Moody's als spekulative Anlage. Zur Begründung wurden "beträchtliche Unsicherheiten bezüglich Zeitplan und Wirkung" des im Mai verabschiedeten Sparprogramms der Athener Regierung und die mit dem Rettungsplan von EU und IWF verbundenen Risiken angeführt.
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