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Krise in der Autoindustrie: Manager sagen fünf schwarze Jahre voraus

zuletzt aktualisiert: 08.01.2009 - 10:32

Hamburg (RPO). Der Autoindustrie stehen nach Meinung der Topmanager fünf schwere Jahre bevor. Im Zeitraum von 2009 bis 2013 erwarten die Experten krasse Gewinneinbrüche, mehr Insolvenzen und eine Zunahme von Fusionen und Übernahmen.

Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte weltweite Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG unter 200 führenden Vertretern der Automobil- und Zulieferindustrie kurz vor der großen Autoshow von Detroit, die am Sonntag beginnt.

Der Automobil-Chef von KPMG, Uwe Achterholt, sagte, knapp die Hälfte der Befragten gehe für die kommenden fünf Jahre von stark schwankenden Erträgen aus oder sehe sich außerstande, die Rentabilität ihres Unternehmens einzuschätzen.

"Ungewöhnlich hoher Wert"

"Das ist ein ungewöhnlich hoher Wert und kein gutes Zeichen für eine Branche, die in hohem Maße von langfristigen Planungen abhängig ist", sagte er. Jeder vierte Manager (25 Prozent) meint, dass die Ertragskraft der Unternehmen sinken wird und nur noch einer von sechs Automanagern (15 Prozent) geht für die Periode 2009 bis 2013 von steigenden Renditen aus.

Mehr als doppelt so viele Manager wie im Vorjahr sehen die Gefahr von Insolvenzen in der Branche, nämlich 77 Prozent. Dabei äußern sich Zulieferer am pessimistischsten - hier gehen 87 Prozent von einer steigenden Zahl an Firmenpleiten aus.

Unter den Herstellern sind es drei von vier Befragten. Als Hauptursache für ihre Befürchtungen geben neun von zehn Managern Umsatzverluste an. Als weitere wichtige Gründe genannt werden eine nicht wettbewerbsfähige Kostenstruktur, Schulden und Pensionsverpflichtungen der Unternehmen.

Die bevorstehende Gefahr einer Insolvenz sehen die meisten Fachleute inzwischen auch als Hauptgrund für erwartete Fusionen und Übernahmen in der Branche.

Vor allem bei Herstellern und Händlern sehen die Befragten außerdem Restrukturierungsbedarf. So erwarten 72 Prozent der Branchenexperten, dass es unter den Herstellern in den kommenden fünf Jahren zu Fusionen, Übernahmen oder Allianzen kommt - vor einem Jahr war es nur knapp die Hälfte.

Es gibt noch Hoffnung

Ungeachtet der Krise sehen die Autoexperten auch kleine Hoffnungsschimmer. Sie gehen davon aus, dass der Automarkt in den Schwellenländern - selbst wenn man China und Indien außer acht lässt - schneller wachsen wird als in allen anderen Regionen. Das größte Wachstum erwarten die Befragten für Osteuropa sowie Zentral- und Südamerika, hier vor allem in Brasilien.

Die Unternehmen erwarten angesichts der Rezession, dass Kostenaspekte beim Autokauf künftig eine größere Rolle spielen werden als die Qualität der Fahrzeuge.

So sind nahezu alle Befragten (96 Prozent) davon überzeugt, dass in den kommenden fünf Jahren ein niedriger Kraftstoffverbrauch das wichtigste Kaufkriterium darstellt. Und die Erschwinglichkeit des fahrbaren Untersatzes ist für die Kunden in den Augen der Manager inzwischen praktisch ebenso wichtig wie dessen Qualität.

Quelle: AP

 
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