Finanzkrise: Milliardenhilfe für Europas Banken
zuletzt aktualisiert: 29.09.2008 - 10:35Brüssel/New York (RPO). Mit einer milliardenschweren Rettungsaktion sollen europäische Banken vor dem Niedergang gerettet werden. Der Münchner Hypo Real Estate half ein Konsortium aus dem deutschen Finanzsektor mit einer Kreditlinie, in Brüssel sprangen die Regierungen Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs dem Finanzkonzern Fortis mit 11,2 Milliarden Euro zur Seite.
Während Fortis teilweise verstaatlicht werden und zudem seinen Anteil an der niederländischen Bank ABN Amro abstoßen soll kündigte die Hypo Real Estate an, dass eine Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2008 nicht mehr zu erwarten sei.
Auch die französisch-belgische Dexia-Bank ist ins Wanken geraten. Der belgische Staat werde notfalls einspringen, kündigte Finanzminister Didier Reynders am Montag im Radiosender RTBF in Brüssel an. Der Dexia-Kurs stand an der Pariser Börse am Montagmorgen stark unter Druck.
Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor berichtet, das Dax-Unternehmen stehe wegen Problemen bei seiner irischen Tochter Depfa vor dem Kollaps. Die HRE hatte das irische Unternehmen erst im Oktober vergangenen Jahres übernommen, hieß es in der Mitteilung des Münchner Unternehmens.
Britische Bank B&B vor Verstaatlichung
In London stand britischen Medienberichten die Hypothekenbank Bradford & Bingley (B&B) vor der Verstaatlichung; die spanische Großbank Santander soll sich bereits ihr Filialnetz und Kleinkundengeschäft gesichert haben.
BBC und andere Medien berichteten, die britische Regierung werde wahrscheinlich die faulen Kredite von B&B übernehmen und danach versuchen, das Filialnetz und die Sparkonten an andere Banken zu verkaufen. Die Aktie der Bank fiel von 300 Pence zu Jahresbeginn auf 20 Pence am Freitag. Die britische Nachrichtenagentur PA meldete in der Nacht zum Montag, Santander übernehme das Filialnetz und das Geschäft mit den Sparkonten.
Citigroup und Wells Fargo an Wachovia interessiert
Die Zeitung "New York Times" berichtete auf ihrer Webseite, dass die Citigroup und Wells Fargo & Co an einer Notübernahme von Wachovia interessiert seien, deren Aktien am Freitag um 42 Prozent abgestürzt waren. Das "Wall Street Journal" bezeichnete auch Santander als Interessenten.
Wachovia-Sprecherin Christy Phillips-Brown wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Wachovia hatte 2006 auf der Höhe des Immobilienbooms für 25 Milliarden Dollar die Hypothekenbank Golden West Financial Corp. gekauft. Damit übernahm sie auch ein 122 Milliarden Dollar schweres Portfolio inzwischen fauler Kredite.
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