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Ticker - Wir halten Sie auf dem Laufenden: Neue Milliarden-Spritze für die Märkte

zuletzt aktualisiert: 18.09.2008 - 13:48

Düsseldorf (RPO). Die Lage auf den internationalen Finanzmärkten bleibt angespannt: Die britische Großbank HBOS hat Donnerstagmorgen eine Fusion mit der Großbank Lloyds TSB bestätigt. Zudem erwägt die US-Investementbank Morgan Stanley im Zuge der Finanzkrise ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Sie steht in Verhandlungen mit der US-Bank Wachovia in Verhandlungen. 

09:50 Uhr: Die Notenbanken haben weltweit in einer gemeinsamen Aktion erneut frisches Geld in die Märkte gepumpt. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte den Finanzmärkten insgesamt 40 Milliarden US-Dollar (knapp 28 Milliarden Euro) über sogenannte Swap-Geschäfte zur Verfügung. Die US-Zentralbank Federal Reserve pumpte insgesamt 180 Milliarden Dollar in das internationale Finanzsystem. Die Bank of England kündigte eine Finanzspritze von 40 Milliarden Dollar an. 

09:30 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat sich zum Handelsstart am Donnerstagmorgen relativ unbeeindruckt von den herben Verlusten an der New Yorker Wall Street infolge der Finanzmarktkrise gezeigt. Der DAX stieg bis 9.10 Uhr um 0,4 Prozent auf 5881 Punkte und der MDAX gewann 0,9 Prozent auf 7563 Zähler. Dagegen verlor der TecDAX 0,6 Prozent auf 708 Punkte. Gestützt werde die Stimmung durch die unerwartet schnelle Übernahme von des britischen Baufinanzierers HBOS durch die Lloyds-Bank, sagten Händler.

08:56 Uhr: Im Verwaltungsrat der bundeseigenen KfW-Bankengruppe gibt es massive Bedenken gegen einen Verkauf der angeschlagenen Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB an den amerikanischen Finanzinvestor LoneStar. Die Grünen-Abgeordnete und KfW-Kontrolleurin Christine Scheel sagte der in München erscheinenden "Süddeutschen Zeitung", ihr und den anderen Mitgliedern des Gremiums seien die wichtigsten Vertragsbedingungen bislang nicht bekannt. Der Verwaltungsrat soll an diesem Donnerstag endgültig über den IKB-Verkauf entscheiden. Seine Zustimmung gilt als sicher.

08:28 Uhr: Die britische Großbank Lloyds TSB übernimmt ihren Konkurrenten Halifax Bank of Scotland (HBOS) für 12,2 Milliarden Pfund (15,2 Milliarden Euro). Das kündigte Lloyds am Donnerstag in London an. Die Hypothekenbank HBOS ist wegen ihrer Verstrickung in die Finanzmarktkrise unter Druck geraten.

07:21 Uhr: Unter dem Eindruck der Finanzkrise in den USA haben die großen Börsen ihre Talfahrt in der Nacht zum Donnerstag fortgesetzt. In New York verlor der Dow-Jones-Index am Mittwoch bis zum Börsenschluss 4,06 Prozent, der Nasdaq büßte 4,94 Prozent ein. In Tokio und Seoul rutschten die Indizes am Donnerstagmorgen um knapp drei Prozent ins Minus.

07:15 Uhr: Die japanische Zentralbank hat den dritten Tag in Folge Milliarden in den Geldmarkt gepumpt. Sie stellte am Donnerstag 2,5 Billionen Yen (17,76 Milliarden Euro) zur Verfügung. In den beiden Tagen davor waren bereits insgesamt 4,5 Billionen Yen geflossen. Die japanischen Zentralbank hat sich eng mit der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank abgestimmt, die in den vergangenen Tagen ebenfalls Geld in den Markt gepumpt haben.

06:06 Uhr: US-Präsident George W. Bush hat wegen der Finanzkrise kurzfristig zwei Inlandsreisen abgesagt. Der Präsident werde am Donnerstag in Washington bleiben, um mit seinen Beratern die "Herausforderungen an den Finanzmärkten" zu diskutieren, teilte Präsidentensprecher Tony Fratto am Mittwochabend mit. Die "Gesundheit unserer Finanzmärkte" sei wichtig für das Wirtschaftsleben, Bush wolle die Märkte "stabilisieren und stärken". Ursprünglich hatte Bush am Donnerstag an Veranstaltungen in Florida und Alabama teilnehmen wollen.

15:37 Uhr: Die US-Finanzkrise schlägt weiter Wellen. Einem Bericht der "New York Post" zufolge versucht die US-Regierung, einen Käufer für die größte amerikanische Spar- und Darlehenskasse Washington Mutual zu finden. Dem Bericht zufolge führt die Regulierungsbehörde unter anderem mit Wells Fargo, JPMorgan Chase und HSBC Holdings Sondierungsgespräche. Direkte Kaufverhandlungen gebe es aber noch mit keiner der Banken.

14:01 Uhr: Der Deutsche Aktienindex (DAX) legte bis gegen 14.00 Uhr knapp 0,5 Prozent zu, war damit aber noch etwas unter der 6.000-Punkte-Marke. Doch die Lage bleibt angespannt. In London kündigt sich nun die nächste spektakuläre Finanzhochzeit an Die ins Straucheln geratene Großbank HBOS verhandelt ihrem Konkurrenten Lloyds über eine Fusion. Die Gespräche seien weit fortgeschritten und könnten noch diese Woche abgeschlossen werden, hieß es.

12:48 Uhr: Das Bundeswirtschaftsministerium fordert von der bundeseigenen KfW-Bankengruppe Aufklärung über mögliche Ausfälle im Zusammenhang mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers. Der Vorstand müsse die Dinge zügig aufklären, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch. Dies werde auch auf der Sitzung des Verwaltungsrates am Donnerstag Thema sein. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) ist Vorsitzender des Verwaltungsrates der KfW.

12:34 Uhr: Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers könnte die bundeseigene KfW-Bankengruppe einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kosten. Eine KfW-Sprecherin bestätigte am Mittwoch einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wonach am Montag fälschlicherweise bei einem komplizierten Finanzmarktgeschäft – einem sogenannten Swap – eine KfW-Zahlung an Lehman in Höhe von 300 Millionen Euro erfolgte. "Die näheren Umstände für diese Zahlung prüfen wir jetzt intern", sagte die Sprecherin. Wie hoch der Verlust für die KfW am Ende tatsächlich ausfalle, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, sagte die KfW-Sprecherin weiter.

12:33 Uhr: Die Bankenkrise ist auch in Großbritannien angekommen. Am Mittwoch gaben die Aktien der größten britischen Hypothekenbank Halifax Bank of Scotland (HBOS) den dritten Tag in Folge nach. Für Erleichterung sorgte lediglich die Aussicht auf eine Übernahme von HBOS durch die Großbank Lloyds TSB. Der Titel drehte daraufhin ins Plus, nachdem er zuvor innerhalb eines Tages mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt hatte. HBOS-Papiere waren kurz nach Börsenstart um 39 Prozent gefallen, obwohl sich die gesamte Börse zunächst ein wenig erholen konnte.

Alles zur Finanzkrise finden Sie in unserem Special.


 
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