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Börsen im Aufwind
Nikkei klettert dank schwächeren Yens
Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Tokio. Ein schwächerer Yen hat der Tokioter Börse den höchsten Stand seit sieben Monaten beschert. Aufgrund des billigeren Yen griffen Investoren vor allem bei Exportwerten zu. Zuvor hatte der Dow Jones Index die Marke von 13.000 Punkten übersprungen.

Etwas auf die Stimmung in Japan drückte allerdings der anhaltende Haushaltsstreit in den USA, nachdem der republikanische Politiker John Boehner mit neuen Aussagen Hoffnungen auf eine Abwenden der gefürchteten Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen wieder zunichtemachte. In den letzten beiden Wochen habe es keine signifikanten Fortschritte gegeben. Einen Tag zuvor hatte er sich noch zuversichtlich gezeigt, die "Fiskalklippe" umschiffen zu können. Wenn nicht, könnte die US-Wirtschaft in die Rezession stürzen.

Der Streit treibt die Märkte weltweit seit Wochen um. Der Nikkei-Index stieg um 0,7 Prozent auf 9462 Punkte. Zwischenzeitlich war der Nikkei bis auf 9492 Punkte geklettert, der höchste Stand seit Ende April. Der breiter aufgestellte Topix gewann 0,5 Prozent auf 782 Stellen. Bei den Einzeltiteln waren vor allem Exportwerte gefragte. So legten Papiere von Nissan um ein Prozent zu. Bei Canon waren es 1,9 Prozent und bei Hitachi sogar 3,7 Prozent.

Japans Industrie wächst wieder 

Unterdessen wächst Japans Industrieproduktion erstmals seit vier Monaten wieder. Wie die Regierung am Freitag auf Basis vorläufiger Daten bekanntgab, erhöhte sich der Ausstoß im Oktober um saisonbereinigt 1,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Dies bedeutet jedoch noch nicht, dass die Talsohle erreicht ist. Der Trend zeige angesichts der schwachen Weltwirtschaft weiter nach unten, hieß es. Derweil bleibt der Arbeitsmarkt angespannt. Zwar verharrte die Arbeitslosenquote im Oktober bei 4,2 Prozent, was für Japan relativ hoch ist. Zugleich aber entfielen auf 100 Jobsuchende inzwischen nur noch 80 offene Stellen. In dem Monat zuvor waren es noch 81 gewesen.

Konjunkturspritze gegen die Rezession

Die japanische Regierung kämpft mit einer weiteren milliardenschweren Konjunkturspritze gegen eine drohende Rezession. Das vom Kabinett am Freitag abgesegnete Konjunkturpaket - das zweite innerhalb von zwei Monaten - hat ein Volumen von rund 1,2 Billionen Yen (rund elf Milliarden Euro). Damit sollen unter anderem 80 000 neue Arbeitsplätze geschaffen und kleine und mittlere Betriebe finanziell unterstützt werden. Die Konjunkturspritze werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um voraussichtlich 0,2 Prozentpunkte ankurbeln, hieß es. Am 16. Dezember wählt Japan ein neues Parlament. Regierungschef Yoshihiko Noda kämpft dabei um den Machterhalt.

Wall Street über 13.000-Punkte-Marke

Trotz zunehmender Nervosität über den Budgetstreit in den USA haben die dortigen Börsen am Donnerstag fester geschlossen. Überwiegend positive US-Konjunkturdaten hatten Händlern zufolge nur begrenzten Einfluss auf die Kurse.

Der Dow Jones Industrial kletterte um 0,28 Prozent, überwand dabei die Marke von 13.000 Punkten und endete bei 13 021,82 Zählern. Der breiter aufgestellte S&P 500-Index rückte um 0,43 Prozent auf 1415,95 Punkte vor. Der Nasdaq Composite stieg um 0,68 Prozent auf 3012,03 Punkte und der Nasdaq 100 kletterte um 0,55 Prozent auf 2680,03 Punkte.

Zwischenzeitlich war der Leitindex rasant gefallen und kurzzeitig ins Minus gerutscht. Auslöser dafür waren negativ interpretierte Aussagen des Sprechers des US-Repräsentantenhauses, John Boehner, der keine "substanziellen" Fortschritte bei der Bewältigung der drohenden Fiskalklippe sieht.

Quelle: REU/dpa
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