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Affäre um Briefkastenfirmen
NRW-Geheimbrief an Lieferant der Panama Papers

Diese Promis stehen unter Verdacht
Diese Promis stehen unter Verdacht FOTO: afp, jr
Exklusiv | Düsseldorf. Das Land Nordrhein-Westfalen versucht, die riesigen Dateien zu den Panama-Papieren nun vom geheimen Informanten des Journalistennetzwerkes ICIJ zu erhalten.

Zu diesem Zweck hat die NRW-Steuerfahndung einen Brief an den Informanten mit dem Tarnnamen John Doe geschrieben. Dies bestätigte das NRW-Finanzministerium auf Anfrage. Die Behörde habe einen Weg gefunden, die Mail zuzustellen, hieß es. Dies kann nur bedeuten, dass ein Mitglied des ICIJ gebeten wurde, die Mail an Doe geheim weiterzugeben. Informantenschutz bleibt so gewahrt.

NRW ist möglicherweise bereit, für die Daten Geld zu bezahlen. Die NRW-Finanzbehörde hatte in der Vergangenheit mehrere Steuer-CDs aufgekauft. Auch an den Panama-Papieren hatte NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) wiederholt hohes Interesse signalisiert, um Steuerbetrüger zu stellen.

Mit dem Brief reagierte NRW auf ein öffentliches Angebot von Doe, er wolle mit Behörden zusammenarbeiten, sofern man für seine Sicherheit als Informant sorge. Geld hat der Informant ausdrücklich nicht gefordert. Er dürfte allerdings auf Geld angewiesen sein, weil er sich nach der Enthüllung wohl eine neue Existenz aufbauen müsste.

NRW hatte bereits vor einem Jahr bei einem Informanten für eine Million Euro Papiere gekauft, die aus der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca stammen. Von ihr kommen auch die Panama-Papiere.

(rky)
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