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Analyse der Stiftung Warentest
23 Girokonten sind kostenlos "ohne Wenn und Aber"

Nur 23 von 231 Girokonten sind laut Stiftung Warentest 2017 kostenlos
EC-Karten verschiedener Banken (Symbolbild). FOTO: dpa
Frankfurt/Berlin. Die Stiftung Warentest hat die Gebühren von Gehalts- und Girokonten überprüft. Nur 23 seien kostenlos "ohne Wenn und Aber", für die anderen würden zum Teil "absurde" Gebühren erhoben, kritisieren die Verbraucherschützer.

Mitarbeiter der Stiftung Warentest überprüften 231 Girokonten von bundesweit 104 Banken und Sparkassen. Dabei stießen sie zum Teil auf "absurde" Gebühren, die von den Kunden verlangt würden, teilten die Verbraucherschützer mit. Stichtag der Untersuchung war der 3. Juli 2017. Die Ergebnisse der Analyse sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" der Stiftung Warentest (Heft 9/2017) erschienen.

Nur in 23 Fällen seien die Konten kostenlos "ohne Wenn und Aber", berichtete die Stiftung Warentest weiter. Sie werden nicht nur von Direktbanken, sondern auch von Filialbanken angeboten. Allerdings waren diese Institute regionale Anbieter. Für die anderen untersuchten Girokonten werden dagegen Gebühren von den Banken berechnet – die Verbraucherschützer nennen Beispiele:  

  • Bei einer Bank müssten die Kunden eine Gebühr bezahlen, wenn sie am Automaten Geld abheben und diesen Service außerhalb der Filialöffnungszeiten nutzen.
  • Ein Institute verlange eine Gebühr, wenn Kunden am Schalter eine Überweisung einreichten anstatt diese selbst online zu tätigen.
  • Etliche Institute kassierten Geld für die Girocard, die für das bargeldlose Bezahlen im Einzelhandel ebenso notwendig ist wie für das Geldabheben am Bankautomaten.

"Die Zahl der kostenlosen Girokonten ist in den vergangenen Jahren etwa gleich geblieben", sagt Heike Nicodemus von der Stiftung Warentest. "Wir stellen aber fest, dass zahlreiche Institute bei den Gebühren kreativer werden. Plötzlich kostet zum Beispiel die Girocard etwas oder die Überweisung am Schalter." Für Kunden sei es schwer, "den Wust neuer und alter Gebühren zu durchblicken". Die Gebühren zulässig, "aber alles andere als kundenfreundlich".  

Die Verbraucherschützer sind grundsätzlich auch nicht gegen Gebühren. "Kosten von fünf Euro im Monat für ein Girokonto sind in Ordnung, schließlich steht auch eine Dienstleistung dahinter", sagt Nicodemus. Wer jedoch jährlich inklusive der Kosten für die Kreditkarte mehr als 60 Euro für sein Girokonto zahle, sollte sich ein neues Konto suchen, rät die Stiftung Warentest. Auf dem Land ist ein Wechsel mangels Alternativen allerdings oft nicht so einfach – es sei denn man macht ausschließlich Online-Banking: "Gerade auf dem Land ist nach unserer Erfahrung das Girokonto oft teurer", sagt Nicodemus.

Die Stiftung Warentest untersuchte in ihrem Kontotest alle bundesweit tätigen Institute und Direktbanken, drei Kirchenbanken, alle Sparda- und PSD-Banken sowie pro Bundesland die jeweils größten Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken.

Hier finden Sie weitere Tests von Stiftung Warentest

(wer/dpa/afp)
 
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