Empörung in den USA: Obama schimpft über Boni für AIG-Manager
zuletzt aktualisiert: 17.03.2009 - 06:26Washington (RPO). Das Unternehmen ist fast am Ende, dennoch hat der US-amerikansche Finanzkonzern AIG offenbar genug Geld, um Bonuszahlungen für Manager auszuschütten. Die Empörung über die Extra-Zahlungen wächst, Präsident Barack Obama ist stinksauer.
"Hier geht es nicht nur um Dollars und Cents, sonder um unsere grundlegenden Werte", sagte Obama am Montag in Washington. Während der amerikanische Steuerzahler die Rettung des Unternehmens durch den Staat finanziere, gönne sich die Geschäftsleitung Bonus-Zahlungen von 165 Millionen Dollar.
Obama sagte, er habe Finanzminister Timothy Geithner angewiesen, alle rechtlichen Mittel zu nutzen, um diese Zahlungen zu stoppen. Die US-Regierung hat dem Finanzkonzern seit September mehr als 170 Milliarden Dollar überwiesen, um dessen Konkurs zu verhindern. Dabei beteiligte sich der Staat mit mittlerweile 80 Prozent an dem Unternehmen.
Noch drastischer äußerte sich der republikanische Senator Charles Grassley. Er würde sich besser fühlen, wenn die Manager "dem japanischen Beispiel folgen... und dann eines von zwei Dingen tun: zurücktreten oder Selbstmord begehen", sagte der Senator am Montag in einem Interview des Radiosenders WMT in Cedar Rapids, Iowa.
Grassleys Sprecher Casey Mills erklärte anschließend, der Senator fordere nicht, dass sich die AIG-Manager das Leben nehmen sollten. Er habe nur deutlich machen wollen, dass es unverantwortlich sei, erst Steuermittel anzunehmen und das Geld dann für Reisen und Bonuszahlungen auszugeben.
Das Weiße Haus ist offenbar besorgt, dass die Verärgerung der Öffentlichkeit über die Bonusaffäre bei AIG der Regierung schadet. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center ergab am Montag, dass die Zustimmung zu Obamas Amtsführung von 64 Prozent im Februar auf 59 Prozent im März zurückgegangen ist.
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