Deutsche Bank schlägt Alarm: Opel-Mutter GM droht offenbar das Aus
zuletzt aktualisiert: 11.11.2008 - 15:13Detroit (RPO). Der US-Autobauer General Motors (GM) ist offenbar so gut wie pleite. Zu dieser Einschätzung kommt die Deutsche Bank. Das Institut senkte das Kursziel der Aktie auf Null Dollar. Die Aktien von GM fielen daraufhin auf ein 62-Jahres-Tief. Dem Konzern könnte schon Ende des Jahres das Geld ausgehen. 2,5 Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.
Amerikas größter Autobauer wurde nicht nur von der Deutschen Bank schlecht bewertet. Auch für die britische Barclays-Bank sind die Aktien nur wenig mehr wert. Am Montag büßte das Papier zeitweise rund ein Viertel seines Wertes ein und war bereits für gut drei Dollar zu haben – vor einem Jahr kostete die Aktie noch zehn mal so viel. Zuletzt waren GM-Aktien 1946 so wenig wert.
Auch die Aussichten des Autogiganten selbst sind düster. Am Freitag legte der Konzern seine Quartalszahlen vor. Die Opel-Mutter und weltweite Nummer zwei der Autobranche werde im ersten Halbjahr 2009 das Geld ausgehen, falls der Konzern keine Hilfe bekomme. Die Lage sei so schlimm wie seit der Weltwirtschaftskrise nicht mehr. Bei einer Pleite des Konzerns wären die Arbeitsplätze von 2,5 Millionen Menschen bedroht. Es käme zu einem Lohnausfall in Höhe von 125 Milliarden Dollar.
Opel-Mitarbeiter müssen sich auf Nullrunde einstellen
Auch die deutschen Opel-Beschäftigten sind von der Krise des Autoriesen betroffen. GM verlangt einem "Handelsblatt-"Bericht zufolge von den rund 50.000 Beschäftigten eine Nullrunde. Dadurch sollten allein im kommenden Jahr rund 200 Millionen Dollar eingespart werden.
Opel-Sprecher Jörg Schrott sagte, er könne das so nicht bestätigen. Es gebe aber schon seit längerem viele Arbeitsgruppen, in denen diskutiert werde, "wie man das operative Geschäft an die Marktsituation anpasst". Nach Angaben des Opel-Gesamtbetriebsratschefs Klaus Franz verlangt GM von den europäischen Töchtern Einsparungen von 750 Millionen Dollar.
Schrott sagte, wichtig sei vor allem, dass die Investitionen in neue Produktprogamme weiterliefen. Man müsse schließlich gute Autos anbieten können, um im Markt zu bestehen.
Die Opel-Chefetage und der Betriebsrat hatten angesichts des Konjunkturabschwungs Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe gebeten. In einem Brief an Merkel schlugen sie unter anderem stärkere Steuervergünstigungen sowie zinsgünstige Kredite für Neuwagenkäufer vor.
Union stellt sich gegen Opel-Hilferuf
Die Unions-Fraktion im Bundestag hat das Hilfeersuchen des Autoherstellers Opel jedoch zurückgewiesen. Es gebe zwar einen sehr starken Einbruch der Nachfrage in der Autobranche, sagte Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) am Dienstag in Berlin. Staatliche Hilfen könnten dies aber nicht vollständig ausgleichen. "Das ist eine Illusion", betonte Röttgen.
Auch die SPD hatte zuvor Verständnis für das Hilfeersuchen von Opel gezeigt, ein Hilfspaket speziell für den Rüsselsheimer Hersteller aber abgelehnt. Opel hat wegen der derzeitigen Absatzflaute bereits die Produktion für zwei Wochen gestoppt. Geschäftsführung und Betriebsrat des Unternehmens forderten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, sich für ein 40-Milliarden-Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank für Europas Autoindustrie einzusetzen.
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