Bittbrief an Merkel: Opel will 40 Milliarden für die Autoindustrie
zuletzt aktualisiert: 10.11.2008 - 17:50Frankfurt/Main (RPO). Der Autohersteller Opel bittet Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe. Geschäftsführung und Betriebsrat fordern die Kanzlerin in einem Brief auf, sich für ein 40-Milliarden-Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank (EIB) für die Autoindustrie einzusetzen.
Der Europa-Präsident von General Motors und Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster, Opel-Geschäftsführer Hans Demant und der Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz schrieben der Kanzlerin, sie seien von großer Sorge über die Lage der deutschen Autobranche erfüllt, wie Opel-Sprecher Andreas Krömer am Montag sagte.
Geschäftsführung und Betriebsrat erklärten, das Konjunkturpaket der Bundesregierung sei als erster Schritt zu begrüßen. Allerdings reiche es nicht aus, um besonders bei Familien mit geringem und mittleren Einkommen kräftige Impulse zu erzeugen. Vielmehr sprachen sich die Unterzeichner für pauschale Steuervergünstigungen für alle Neuwagen aus. Dies sei "sozial und umweltpolitisch sinnvoll".
Eine zweite Forderung sind laut Krömer "zinsgünstige Verbraucherkredite zum Kauf verbrauchsgünstiger Neuwagen". Außerdem plädiere Opel für eine Verschrottungsprämie für Autos, die älter als 10 Jahre sind. Ein vierter Punkt sei ein 40-Milliarden-Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank (EIB) für die europäische Autoindustrie. Damit solle die Branche in die Lage versetzt werden, notwendige Investitionen für Produktneuheiten zu tätigen. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund der EU-Umweltgesetzgebung wichtig.
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte vorab bereits von dem Schreiben an Merkel berichtet. Die drei Unterzeichner haben sich demnach am Montag erstmals getroffen, um über weitere Einsparungen bei der deutschen Tochtergesellschaft des notleidenden General-Motors-Konzern zu verhandeln.
Der krisengeschüttelte Opel-Mutterkonzern General Motors hat seinen Managern in Europa einen deutlichen Sparkurs auferlegt und verlangt, dass GM Europa nächstes Jahr 750 Millionen Dollar (590 Millionen Euro) einspart, wie Franz der "Financial Times Deutschland" sagte.
SPD stellt sich grundsätzlich hinter Opel-Hilferuf
Die SPD hat Verständnis für das Hilfeersuchen des Autoherstellers Opel nach europäischen Industriehilfen gezeigt. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil wies am Montag in Berlin darauf hin, dass in Deutschland jeder 6. oder 7. Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Automobilbranche abhänge. Es sei eine Branche, um die man sich kümmern müsse. Ein nationales Paket speziell für Opel lehnte Heil indes ab. Wegen der Bankenkrise müsse es prinzipiell darum gehen, für sichere Arbeitsplätze zu sorgen. Hier habe die Bundesregierung mit dem Beschäftigungsschirm ein gutes Programm aufgelegt.
Opel hat seinen Hauptsitz im hessischen Rüsselsheim. Das Autounternehmen hatte aufgrund der derzeitigen Absatzflaute bereits die Produktion für zwei Wochen gestoppt.
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