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General-Motors-Tochter: Opels Hilferuf stößt auf Ablehnung

zuletzt aktualisiert: 11.11.2008 - 19:15

Berlin/Bochum (RPO). Die deutsche Tochter des US-Autokonzerns General Motors (GM) fordert finanzielle Unterstützung. Sie hat die Europäische Investitionsbank um ein 40-Milliarden-Euro schweres Kreditprogramm für Europas Autoindustrie gebeten. Die Politik lehnt diese Forderung aber entschieden ab.

Der Autobauer Opel will ein 40-Milliarden-Programm für die Autobranche. Foto: RPO

Es gebe zwar einen sehr starken Einbruch der Nachfrage in der Autobranche, sagte Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen (CDU). Staatliche Hilfen könnten dies aber nicht vollständig ausgleichen. "Das ist eine Illusion", betonte er. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer fügte hinzu, "die Opelianer haben einen Knall".

Ein solches auf nur eine Branche zugeschnittenes Hilfspaket sei nicht machbar. "Das können sie sich an den Hut stecken", sagte der CSU-Politiker unter Verweis auf andere von der Konjunkturflaute betroffenen Bereiche wie die Bauwirtschaft.

Die SPD hatte zuvor zwar Verständnis für das Hilfeersuchen von Opel gezeigt, ein Hilfspaket speziell für den Rüsselsheimer Hersteller aber ebenfalls abgelehnt. Opel hat wegen der derzeitigen Absatzflaute bereits die Produktion für zwei Wochen gestoppt. Geschäftsführung und Betriebsrat des Unternehmens hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, sich für das 40-Milliarden-Kreditprogramm einzusetzen.

Auch der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms wies die Forderung der Autoindustrie zurück. "Der Staat darf sich auch in der Krise nicht dazu verführen lassen, Industriepolitik zu betreiben", sagte Solms der "Leipziger Volkszeitung".

Die Lage bei Opel ist nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer aufgrund der Krise bei GM dramatisch. "Ohne Staatshilfe ist nach unserer Einschätzung General Motors überhaupt nicht mehr zu retten. Und da schließt sich die Frage an, was passiert mit der hundertprozentigen Tochter Opel", sagte er dem Sender N24. "Man kann zusammenfassend sagen, die Situation ist für Opel so schwer wie noch nie, seit Opel und General Motors verbunden sind", fügte er hinzu.

GM will im Rahmen seines geplanten neuen Sparpakets den Beschäftigen in Europa offenbar erneut Gehaltszugeständnisse abtrotzen. Das Management fordere eine Nullrunde von den rund 55.000 Mitarbeitern in Europa, berichtete das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf eine interne Mitarbeiter-Information von Opel. Dadurch sollen allein im kommenden Jahr rund 200 Millionen Dollar eingespart werden, hieß es. Insgesamt wolle GM ein Sparpaket in Höhe von rund 750 Millionen Dollar schnüren.

Im Opel-Aufsichtsrat regt sich unterdessen Widerstand gegen den vom US-Konzern geforderten Sparkurs. "Die Opel- Beschäftigten haben wie kaum eine andere Belegschaft in den vergangenen Jahren verzichtet", sagte der Frankfurter IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild, der im Aufsichtsrat von Opel sitzt, dem "Tagesspiegel". An den Vereinbarungen mit GM Europa werde nicht gerüttelt. Es werde keine einseitigen Beiträge der Opel-Beschäftigten geben. Betriebsrat und IG Metall kritisierten zudem, dass GM Belastungen und Gewinne zugunsten des US-Geschäfts verschiebe.

Opel hat in Deutschland seinen Hauptsitz in Rüsselsheim. Deutschlandweit sind für das Unternehmen nach Betriebsratsangaben 26.000 Menschen tätig. In den europäischen Werken von GM sind insgesamt rund 60.000 Personen beschäftigt.

Ein großes Special zur Finanzkrise finden Sie hier.

Quelle: afp

 
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