Zweifel an Griechenlands Kreditwürdigkeit: Regierung widerspricht Ackermann
zuletzt aktualisiert: 14.05.2010 - 14:26Berlin (RPO). Die Bundesregierung hat energisch der umstrittenen Prognose von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann widersprochen, dass Griechenland seine Schulden nicht komplett tilgen könne. Dies sei nicht die Auffassung der Regierung, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Sabine Heimbach am Freitag in Berlin.
Im übrigen sehe sie "keinen Anlass und Nutzen", über Ackermanns Äußerungen zu spekulieren. Heimbach betonte, der EU-Rettungsschirm von 750 Milliarden Euro basiere auf der "guten Expertise" der Europäischen Zentralbank, des Währungsfonds IWF sowie der Euro-Staaten. Der Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble, Michael Offer, erinnerte an die harten Sparauflagen, die Griechenland erfüllen müsse.
Ackermann hatte hingegen gesagt: "Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln." Dazu bedürfte es unglaublicher Anstrengungen, sagte Ackermann in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".
Dennoch müsse Griechenland stabilisiert werden, meinte der Manager. Wenn das Land "fallen würde", würde dies mit großer Sicherheit auch auf die anderen Länder übergreifen und könnte zu "einer Art Kernschmelze" führen. Wichtig sei, dass alles getan werde, damit eine Umschuldung für Griechenland nicht notwendig werde.
Diese würde in Deutschland gerade die Banken treffen, "die heute im Wesentlichen schon staatliches Eigentum sind". Zudem würden die Märkte verunsichert. Europa müsse vielmehr "den Druck erhöhen, dass Griechenland saniert" werde, sagte Ackermann und fügte hinzu: "Und wenn es dann am Schluss dieser ganzen Phase doch nicht ganz reicht, dann kann man ja immer noch über Umschuldungen nachdenken."
Zuversichtlich ist Ackermann dagegen bei Italien und Spanien. Er glaube, dass beide Länder mit dem jetzt für den Euroraum vereinbarten Rettungsschirm stabilisiert werden könnten und dann "stark genug sind, um die Schulden zu bedienen". Dadurch werde "die Ansteckungsgefahr liquidiert oder reduziert". Bei Portugal sei "es schon etwas schwieriger".
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