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DGB-Report
Rentner in Wesel bekommen am meisten

DGB-Report: Rentner in Wesel bekommen am meisten
So waren die Altersrenten von Frauen im vergangenen Jahr verteilt. FOTO: DGB NRW
Düsseldorf. Der DGB in NRW hat seinen Rentenreport 2014 vorgestellt. Demnach bekommen Rentner in Wesel am meisten. Der Gewerkschaftsbund warnt zudem vor einer Zunahme bei der Frühverrentung wegen Burnout-Erkrankungen und fordert unter anderem einen Rentenbeitrag von 22 Prozent. Die Arbeitgeber lehnen das ab. Von Maximilian Plück

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in NRW schlägt Alarm: Nach Angaben des Vorsitzenden Andreas Meyer-Lauber droht ein massives Rentenproblem. Er warnte bei der Vorstellung des "Rentenreports 2014" unter anderem vor einem absinkenden Rentenniveau und davor, dass immer mehr Menschen angeben, wegen psychischer Erkrankungen früher aus dem Berufsleben ausscheiden zu müssen (46 Prozent und damit 16,6 Prozentpunkte mehr als 2003).

Der Report zeigt ein weiterhin großes Gefälle zwischen Rentnerinnen und Rentnern – das sich vor allem durch die niedrigere Erwerbstätigkeit vieler Frauen erklären lässt. Während die Männer, die im vergangenen Jahr erstmals Anspruch auf Rente hatten, durchschnittlich 1007 Euro bekamen, hatten die Frauen gerade einmal Anspruch auf die Hälfte: 503 Euro – und damit weniger als die gesetzliche Grundsicherung in Höhe von 758 Euro.

Und so stellten sich die Altersbezüge der Männer im vergangenen Jahr dar. FOTO: DGB NRW

Erstmals hat der DGB die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung auf die kreisfreien Städte und Landkreise heruntergebrochen – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen. So zählen die Rentnerinnen in Düsseldorf zwar zu den Frauen mit den höchsten Altersbezügen (604,25 Euro), allerdings gehörten die männlichen Düsseldorfer Rentner mit 880,61 Euro im Monat zu den Schlusslichtern. Am meisten bekamen demnach Rentner in Wesel, denen im Schnitt 1140,71 Euro zur Verfügung standen, bei den Rentnerinnen wurde am meisten in Bonn (620,20 Euro) gezahlt.

Anhebung Rentenbeitragssatz gefordert

DGB-Chef Meyer-Lauber forderte zur Bekämpfung der Altersarmut unter anderem eine Anhebung des Rentenbeitragssatzes von derzeit 18,9 auf 22 Prozent bis 2030. Zudem müsste die "prekäre Beschäftigung" eingedämmt werden. Der Gesetzgeber solle überdies ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teilzeit- in Vollzeitstellen schaffen und eine Anti-Stress-Verordnung verabschieden.

Die Arbeitgeber lehnten diese Forderungen ab. Eine Anhebung der Rentenbeitrags auf 22 Prozent nannte Luitwin Mallmann, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW, "ein völlig falsches Signal": Eine Umsetzung würde die Arbeitskosten der Unternehmen weiter erhöhen, ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig schmälern und damit Arbeitsplätze gefährden, warnte er.

"Minijobs und andere flexible Arbeitsverhältnisse" zu verändern, hieße Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Auch das gesetzliche Rückkehrrecht von einer Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung lehnte der Verband ab: "Ein solcher Anspruch ignoriert den tatsächlichen Bedarf in den Unternehmen. Vollzeit-Arbeitsplätze können nicht auf Vorrat freigehalten werden", so Mallmann.

Eine Absage erteilte er zudem der bereits von NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) geforderten Anti-Stress-Verordnung: "Wir teilen die Sorge über die vermehrten Diagnosen von psychischen Erkrankungen." Allerdings folge der gewerkschaftliche Ruf nach einer "Anti-Stress-Verordnung" dem Vorurteil, Arbeit mache krank und löse psychische Erkrankungen erst aus. "Dabei können Ursachen von Stress und psychischen Belastungen vielschichtig sein und werden vielleicht in der Arbeitswelt eher sichtbar", so Mallmann.

Quelle: RP
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