Als Nachfolger Seiferts vorgeschlagen: Reto Francioni soll Chef der Deutschen Börse werden
zuletzt aktualisiert: 13.09.2005 - 12:34Frankfurt/Zürich (rpo). Neuer Vorstandschef der Deutschen Börse soll der Schweizer Reto Francioni werden. Der derzeitige Chef der Schweizer Börse SWX, der schon einmal in Vorstand der Deutschen Börse saß, wurde am Montag dem Kontrollgremium in Frankfurt als Nachfolger von Werner Seifert vorgeschlagen.
Mit dem Vorschlag Francionis dürfte die Hängepartie um die Besetzung des Chefpostens bei der Deutschen Börse beendet sein. Francioni zeigte sich in einer Erklärung geehrt über die Nomination. Er stelle sich als Kandidat zur Verfügung, erklärte der 50-Jährige.
Seifert - auch er ein Schweizer - war am 9. Mai nach einem verlorenen Machtkampf mit britischen Hedge-Fonds als Börsenchef zurückgetreten. Seither tauchte Francionis Name als Nachfolger seines ehemaligen Weggefährten immer wieder auf.
Francioni ist kein Unbekannter in Frankfurt. Er war zeitweise Mitglied des Vorstandes der Deutschen Börse und war maßgeblich am Aufbau des Computer-Handelssystems Xetra beteiligt. Francioni hatte auch den Neuen Markt in Frankfurt eingeführt, der in den wilden Börsenjahren zwar unglaublich boomte, mit dem Platzen der Internet-Blase aber völlig einbrach. Mittlerweile wurde der Neue Markt durch den TecDax ersetzt.
Im April 2000 verließ der Jurist nach Differenzen mit Seifert die Deutsche Börse und heuerte beim Online-Broker Consors an. Im Februar 2002 wurde Francioni dann neuer SWX-Präsident und Nachfolger von Jörg Fischer, der über den Vontobel-Skandal gestolpert war.
Über Francionis Berufung entscheidet der Aufsichtsrat der Deutschen Börse am kommenden 10. Oktober. An diesem Tag übernimmt auch der frühere HypoVereinsbank-Aufsichtsratschef Kurt Viermetz die Nachfolge von Rolf Breuer als Vorsitzender des Kontrollgremiums der Deutschen Börse.
Francioni versicherte, bis zum Zeitpunkt des Übertritts seine Aufgaben bei der SWX mit unvermindertem Engagement wahrzunehmen. Als Nachfolgerin werde er dem Verwaltungsrat Antoinette Hunziker-Ebneter vorschlagen. Hunziker-Ebneter war im Oktober 2002 als Chefin der virt-x zurückgetreten. Seither war sie bei der Privatbank Julius Bär in leitender Position tätig.
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