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Griechenland Athen Akademie Panorama, AP 2009-1208
  Foto: AP, AP
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30-Milliarden-Nothilfeplan: Rettungsschirm für Griechenland zeigt Wirkung

zuletzt aktualisiert: 12.04.2010 - 18:46

Brüssel/Berlin/Athen (RPO). Aufatmen in Athen: Die überraschend üppige Hilfszusage der Eurogruppe und des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat Griechenland am Montag die lange erhoffte Verschnaufpause verschafft. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen sanken deutlich.

Die Bundesregierung hofft nun, dass der "Feuerlöscher" gar nicht erst eingesetzt werden muss, weil sich Griechenland wieder am Markt zu akzeptablen Konditionen mit frischem Geld versorgen kann. Das wäre ein großer Erfolg für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich gegen eine frühere Festlegung auf europäische Hilfen gestemmt hatte. Allerdings konnte sie sich mit einer ihrer Kernforderungen, die Griechen müssten einen "marktüblichen" Zins für die Hilfe zahlen, nicht zu 100 Prozent durchsetzen.

Die Finanzminister der 16 Euro-Staaten hatten am Sonntag Volumen und Raten des Rettungsschirm festgelegt. Alleine in diesem Jahr stellen die Europartner bis zu 30 Milliarden Euro und der IWF zusätzlich bis zu 15 Milliarden Euro bereit, sollte die griechische Regierung die Unterstützung einfordern. Deutschland springt nach Angaben der Bundesregierung mit maximal 8,4 Milliarden ein.

Berlin: Fünf Prozent sind keine Subvention

Das Volumen geht ebenso über die Erwartungen hinaus wie die Laufzeit: Dreijährige Anleihen der Eurostaaten sollen zu Zinssätzen von rund fünf Prozent bewilligt werden. In der vergangenen Woche war der Zins auf bis zu sieben Prozent in die Höhe geschossen.

Der vorgesehene Aufschlag orientiere sich am Durchschnitt der vergangenen drei Monate, erklärte der Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble, Michael Offer, in Berlin. In den letzten Wochen habe dieser Satz bei 5,5 Prozent gelegen, in den letzten sechs Monaten bei 4,2 Prozent, und aktuell liege er bei sechs Prozent. Die Zinsfestlegung auf fünf Prozent bedeute keine Subvention, betonte er. Denn der Satz sei höher als die Marktzinsen für die finanzierenden EU-Länder.

Für die IWF-Kredite müsste Griechenland etwas mehr als drei Prozent Zinsen zahlen. Sie sind also noch deutlich billiger. Wählen zwischen beiden Angeboten kann Athen nicht, wie die EU-Kommission bekräftigte: Die Unterstützung gibt es nur im Paket.

"Jeder ist glücklich"

Experten von Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF begannen am Montag mit der Feinabstimmung. Gestartet würde der Mechanismus erst, wenn Griechenland um das Geld bittet. Danach müssten Kommission und EZB beurteilen, ob die Eurostabilität insgesamt bedroht ist. In einem dritten und letzten Schritt müssten dann alle 15 Eurogruppenmitglieder einstimmig grünes Licht geben. Doch dazu soll es nicht kommen. "Dass jetzt ein Feuerlöscher an der Wand hängt, sagt überhaupt nichts darüber aus, ob er jemals gebraucht wird", sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans.

Am Montagmorgen schmolz die Spanne im Risikoaufschlag zwischen griechischen und deutschen Staatsanleihen um 50 Basispunkte auf 3,4 Prozentpunkte. Auch der Euro zog gegenüber dem Dollar leicht an. "Die Märkte reagieren positiv, jeder ist glücklich über die Einigung", verlautete aus dem französischen Finanzministerium.

Zuversicht auch in Athen: Der in Aussicht gestellte Betrag sei höher als das, was man in diesem Jahr wirklich benötige, sagte ein Finanzministeriumssprecher. Nun werde man die kommenden Tage oder Wochen abwarten. Finanzminister Giorgos Papaconstantinou hatte schon am Sonntag betont, man rechne nun mit der Chance auf eine ausreichende Kapitalversorgung am Markt.

Quelle: apd/felt

 
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