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Griechenland-Krise ddp 2010 Panorama
  Foto: ddp, ddp
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Moody's senkt Rating um vier Stufen: Schock für Griechenland

zuletzt aktualisiert: 15.06.2010 - 08:10

London (RPO). Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf Ramschstatus gesenkt und damit an den Finanzmärkten erneut Zweifel an einer schnellen Gesundung der Euro-Zone geschürt. Moody's stufte das Land um vier Stufen auf "Ba1" von zuvor "A3" zurück.

Zur Begründung erklärte die Agentur, von dem 110 Milliarden schweren Hilfspaket der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) gingen große Risiken für das schuldengeplagte Griechenland aus. Den wirtschaftlichen Ausblick schätzt Moody's weiterhin mit stabil ein. Die US-Börsen büßten nach der Maßnahme einen Teil ihrer Gewinne wieder ein.

Staatsanleihen stehen zur Disposition

Nach der Herabstufung könnten die Staatsanleihen des hoch verschuldeten Landes aus einem wichtigen Index der Citigroup genommen werden. In einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Mitteilung der US-Bank hieß es: "Griechenland erfüllt weder bei S&P noch bei Moody's noch das minimale Kredit-Kriterium von BBB-/Baa3 für den World Government Bond Index (WGBI)." Sollten die Ratings bis zum 24. Juni weiter die Mindestanforderungen für eine Investition nicht erfüllen, werde Griechenland zum Ende des Monats aus dem Index genommen, hieß es in dem auf Montag datierten Schreiben weiter.

Gegenwärtig sind 23 griechische Staatsanleihen im WGBI. Dieser wird von Investmentfonds verwendet. Ein Staat kann wieder in den Index aufgenommen werden, wenn die Investitions-Kriterien wiedererlangt wurden. Allerdings dauert dieser Vorgang mindestens sechs Monate.

Grund für Rückstufung erhebliche Risiken

Moody's-Analystin Sarah Carlson begründete den Schritt der Herabstufung damit, dass die makroökonomischen Risiken und die Umsetzungsgefahren, die mit dem Hilfsprogramm im Zusammenhang stünden, "beträchtlich" seien. Es sei unsicher, wie sich all die Maßnahmen auf das griechische Wachstum auswirkten. Diese Ungewissheit sei besser mit einem "Ba1"-Rating in Einklang zu bringen. Diese Bewertung berücksichtige das "größere, obgleich, niedrige Risiko einer Pleite".

Im April hatte bereits die Ratingagentur Standard & Poor's Griechenlands Kreditwürdigkeit auf "BB+" herabgestuft und damit ebenfalls auf Ramschstatus. Nach diesem Schritt hatte sich die Schuldenkrise des Landes deutlich zugespitzt. Die Ratingagentur Fitch wiederholte am Montag Aussagen von Anfang Mai. Demnach hat die Agentur derzeit keine Pläne, Griechenlands Rating auf Ramschstatus zu senken.

Bis 2013 will Griechenland 30 Milliarden Euro sparen, um einen Staatsbankrott abzuwenden. Dafür werden unter anderem Löhne im öffentlichen Dienst gekürzt und es gibt Einschnitte bei Pensionen und Renten. Dadurch will sich Griechenland das 110 Milliarden schwere Hilfspaket sichern.

Analysten reagierten nicht überrascht auf die Moody's-Herabstufung. Die Auswirkungen sollten minimal sein, betonte Marc Chandler von Brown Brothers. Das liege daran, dass Moody's nicht die erste Agentur sei, die dies getan habe. Zudem sei der Ausblick weiterhin stabil und dank des Hilfspakets müsse sich Griechenland zunächst nicht mehr über die Finanzmärkte refinanzieren. Sebastian Galy von BNP Paribas sagte: "Wir handeln damit jetzt seit einer langen Zeit und dass die Agenturen dies jetzt auch feststellen, hat nicht zu viel Einfluss."

Nach der Moody's-Herabstufung stiegen die Kosten für die Kreditausfallversicherungen Griechenlands um 15 Basispunkte auf 740 Basispunkte. Der Euro grenzte seine Gewinne ein.

Quelle: RTR/felt

 
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