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Finanzkrise: Schwarze Börsenwoche endet mit Kursfeuerwerk

zuletzt aktualisiert: 19.09.2008 - 21:56

Frankfurt/Main (RPO). Diese Börsenwoche war rabenschwarz. An ihrem Ende hat die US-Regierung einen Rettungsplan präsentiert, der ein weltweites Kursfeuerwerk auslöste. Am Ende der schwärzesten Wall-Street-Woche seit dem Börsenchrash von 1929 schossen die Kurse am Freitag in die Höhe.

Der Dow-Jones-Index in New York legte gleich zu Handelsbeginn 400 Punkte zu, der Deutsche Aktienindex DAX machte bis zum Nachmittag fast die Verluste der vergangenen Woche wett. Die zuletzt stark unter Druck geratenen Bankenwerte schnellten zweistellig in die Höhe.

Der DAX notierte gegen 16.30 Uhr 4,7 Prozent im Plus bei 6.141 Punkten. Die Commerzbank machte einen Sprung von 17,6 Prozent auf 15,5 Euro. Auch die Deutsche Börse, die Deutsche Bank, die Allianz und die Hypo Real Estate lagen weit im Plus. Die Börse Schanghai erlebte den größten Kursanstieg ihrer Geschichte.

Für die komplette Kehrtwende an den Märkten wurde vor allem das geplante Programm der US-Regierung zur Eindämmung der Finanzmarktkrise verantwortlich gemacht. Sie will den angeschlagenen Banken unter die Arme greifen. Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass diese Lösung den amerikanischen Steuerzahler teuer zu stehen kommen wird - eine Alternative dazu sei allerdings nicht auszumachen. Damit sei das "geringere Übel" gewählt worden, da weiteres Abwarten und eine Verschärfung der Krise noch teurer werden könnten.

Die führenden Zentralbanken setzen derweil ihre Strategie fort, den angespannten Geldmarkt mit neuem Geld zu versorgen. Allein die Zentralbanken in Europa stellten am Freitag rund 90 Milliarden Dollar zur Verfügung. Sie reagierten damit bereits zum vierten Mal in dieser Woche auf die Situation, dass sich die Banken wegen der aktuellen Krise mit gegenseitigen Krediten zurückhalten.

Steuerzahler müssen Milliarden tragen

Der Banken-Rettungsplan der Regierung hat an den Börsen zwar ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Gleichzeitig hat US-Präsident George W. Bush die Steuerzahler auf hohe Kosten eingestimmt. "Diese Maßnahmen erfordern es, eine beträchtliche Summe Geld der Steuerzahler zur Verfügung zu stellen", sagte Bush am Freitag in Waashinton.

Die kostspieligen Eingriffe der Regierung brächten "ein Risiko" mit sich. Finanzminister Henry Paulson bezifferte die möglichen Kosten auf "hunderte Milliarden" Dollar, während ein einflussreicher Senator sogar von bis zu einer Billion Dollar ausging.

New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt

Derweil wird in Deutschland die Forderung nach einer schärferen Kontrolle laut. So sprach sich der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, dafür aus, dass Finanzinstitute künftig für ihre Produkte haften sollten. Der "Passauer Neuen Presse" sagte er: "Wer ein Finanzprodukt auflegt, muss dieses immer zu einem gewissen Prozentsatz in seinen eigenen Büchern halten. Damit bleiben die Urheber selbst auf einem Teil des Risikos sitzen."

In den USA und Großbritannien hat die Finanzaufsicht bereits auf einen Teil der aktuellen Probleme am Markt reagiert und sogenannte Leerverkäufe (Short Selling) bis auf weiteres verboten. Bei Leerverkäufen wetten Anleger auf sinkende Kurse eines Unternehmens, um von fallenden Börsenkursen zu profitieren. Dies ist nicht illegal.

Vereinfacht gesagt geht es darum, dass ein Investor Aktien verkauft, die er sich geliehen hat. Fällt die Aktie wie erwartet, kann er sie später zu einem günstigeren Kurs einkaufen und zurückgeben. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis ist sein Gewinn. Short Seller werden für die Zuspitzung der aktuellen Finanzmarktkrise mitverantwortlich gemacht.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, ob Spekulanten an der Wall Street mit illegalen Mitteln die Aktienkurse verschiedener Gesellschaften nach unten getrieben haben.

Alles zur Finanzmarktkrise finden Sie in unserem Special.

Quelle: ap

 
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