Bericht einer Nichtregierungsorganisation : Schwarzgeld: Griechische Milliarden im Ausland
zuletzt aktualisiert: 02.09.2012 - 09:35Hamburg (RPO). Aus Griechenland sind nach Berechnungen einer US-Nichtregierungsorganisation seit dem Jahr 2003 etwa 261 Milliarden Dollar (knapp 207 Milliarden Euro) an Schwarzgeld ins Ausland transferiert worden. Es handle sich dabei um Gelder aus kriminellen Handlungen, Korruption und Steuerhinterziehung, sagte Raymond Baker, Chef der Organisation Global Financial Integrity in einem Medienbericht. Die Organisation untersucht internationale Schwarzgeldströme.
Nach Bakers Angaben flossen jedoch in den Jahren 2010 und 2011 auch illegale Gelder in Höhe von fast 200 Milliarden Euro nach Griechenland. Dabei handle es sich um Ersatz für Kredite, die von dortigen Banken nicht mehr vergeben würden, sagte er der Zeitschrift. "In einer Rezession wird es für Privatleute und Unternehmen schwieriger, an Kredite zu kommen, das zieht illegale Gelder an, mit denen diese Lücke geschlossen wird", sagte er dem Magazin "Spiegel" laut einer Mitteilung vom Sonntag.
Krise "wie geschaffen, um Geld zu waschen"
Zudem sei eine Finanzkrise wie die in Griechenland wie geschaffen, um Geld zu waschen, sagte Baker. Kriminelle Anleger kauften günstig Immobilien und hofften darauf, "dass die in zehn oder 15 Jahren mehr wert sind". Dabei hätten sie eine längere Perspektive als traditionelle Investoren.
Griechenland wird derzeit mit Milliardenhilfen unterstützt. Das seit März laufende zweite Hilfsprogramm hat ein Volumen von 130 Milliarden Euro. Eine neue Tranche von knapp 31,5 Milliarden Euro, ohne die Griechenland die Staatspleite droht, soll nach einer neuen Prüfung seiner Sparbemühungen ausgezahlt werden.


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