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Verdacht der Zins-Manipulation: Schweiz nimmt Großbanken ins Visier

zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 - 16:18

Bern (RPO). Zwölf bedeutende internationale Geldinstitute - unter ihnen die Deutsche Bank - sollen einer Selbstanzeige zufolge durch Absprachen Erlöse bei der Berechnung von Interbankzinsen in die Höhe getrieben haben.

Händler der betroffenen Banken könnten laut dem vorliegenden Anfangsverdacht die Referenzzinssätze Libor und Tibor manipuliert haben, "um beim Handel mit solchen Finanzinstrumenten Gewinne zu erzielen", teilte die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) am Freitag in Bern mit. Ähnliche Ermittlungen laufen seit längerem in der EU, den USA und Großbritannien.

Diese Interbanken-Zinssätze werden täglich in London und Tokio auf der Basis von Angaben großer Banken für die wichtigsten Währungen ermittelt. Die Sätze sind eine Richtschnur zur Bestimmung der Zinsen, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Zugleich dienen sie als Berechnungsgrundlage zahlreicher Geschäfte, die Banken mit ihren Kunden abwickeln. "Wenn sie das schon (vorher) wissen, haben sie einen Vorteil vor denen, die Richtung anders einschätzen", sagte ein WEKO-Sprecher.

Von wem die Selbstanzeige stammt, wollte die WEKO bis auf weiteres geheim halten. Die darin gegebenen Hinweise seien als ausreichend für die Einleitung einer Untersuchung bewertet worden, hieß es. Laut WEKO sind davon neben den beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sowie der Deutschen Bank weitere internationale Großbanken betroffen.

Die UBS hatte in ihrem Geschäftsbericht 2010 bereits eingeräumt, dass sie von Behörden wegen des Verdachts der Libor-Manipulation kontaktiert wurde. Sie kündigte nun an, die Untersuchung "sehr ernst" zu nehmen und mit den Behörden zu kooperieren. Credit Suisse und Deutsche Bank wollten die Untersuchungen nicht kommentieren.

Mit den mutmaßlichen Absprachen hätten "die Derivatehändler möglicherweise eine Verfälschung der Referenzzinssätze zu ihren Gunsten erwirken" können, heißt es in der WEKO-Mitteilung. "Daneben sollen sich die Derivatehändler ebenfalls über die Differenz zwischen den Ankaufs- und Verkaufskursen (Spreads) von Derivaten abgesprochen und dadurch Kunden diese Finanzinstrumente zu marktunüblichen Konditionen verkauft haben."

Quelle: dpa

 
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