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Ifo-Chef Sinn: "Schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte"

zuletzt aktualisiert: 05.01.2009 - 11:53

Berlin (RPO). Schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs oder Wirtschaftswachstum schon ab Mitte 2009 - die Konjunkturprognosen bekannter Ökonomen fallen recht unterschiedlich aus. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn meint, dass die deutsche Wirtschaft vor der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte stehe.

In der "Bild"-Zeitung sagte Ifo-Chef Sinn: "Die deutsche Wirtschaft steht vor der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Auch für das Jahr 2010 sehen wir noch keinen Aufschwung." Sein Kollege Klaus Zimmermann vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sagt, ab Mitte 2009 könne es schon wieder bergauf gehen.

Sinn sagte der "Bild"-Zeitung, die Wirtschaftsleistung werde um mindestens zwei Prozent schrumpfen. Der Wirtschaftswissenschaftler rechnet zudem mit einer dramatischen Entwicklung am Arbeitsmarkt. "Die Arbeitslosigkeit wird bis zum Dezember um eine halbe Million steigen", wurde Sinn weiter zitiert. 2010 könnten demnach sogar vier Millionen Menschen arbeitslos sein. Bei der Inflation erwartet der ifo-Chef angesichts des Einbruchs beim Ölpreis eine durchschnittliche Teuerungsrate von bloß 0,9 Prozent.

Viele Unternehmen sind "hervorragend aufgestellt"

Zimmermann geht schon davon aus, dass es 2009 ein Minus geben wird. "Aber es wird nicht so dramatisch, wie viele befürchten. Wir gehen davon aus, dass es ebenso steil bergab wie ab Mitte 2009 wieder bergauf gehen wird und die Wirtschaft dann wieder wächst", sagte er dem "Tagesspiegel". Allerdings steckten viele Länder in der Krise, die für den deutschen Export wichtig seien. Darunter seien die USA, Großbritannien, Japan und Spanien. Glimpflich davon kämen dagegen Osteuropa, Indien oder China. "Erst 2010 wird sich die Besserung festigen."

Auch einen Anstieg der Arbeitslosenzahl sagt der DIW-Präsident voraus, er geht von "einigen Hunderttausend" aus. Gleichwohl werde dank der Reformen der Markt stabiler sein als früher. "Zudem sind viele Unternehmen hervorragend aufgestellt. Sie müssen alles versuchen, die Menschen in Arbeit zu halten, trotz der wegbrechenden Aufträge." Es gehe darum, 2009 zu überstehen. Deshalb sei es richtig gewesen, dass die Bundesregierung das Kurzarbeitergeld verlängert, die Lohnnebenkosten gesenkt und die Unternehmen zu einer Weiterbildungsoffensive gedrängt habe.

Quelle: AP

 
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