700-Milliarden-Dollar-Paket: Senat stimmt für Rettungspaket: Die Unsicherheit bleibt
VON FRANZISKA BLUHM - zuletzt aktualisiert: 02.10.2008 - 13:01Washington (RPO). Eigentlich sollte die Verabschiedung des 700-Milliarden-Dollar-Pakets ein Rettungsanker für die angeschlagenen US-Banken sein. Mit einer großen Mehrheit von 74 Ja- zu 25 Nein-Stimmen verabschiedeten die Senatoren in Washington das Rettungspaket. Doch die Reaktionen sind gemischt. Und die Zustimmung des Repräsentantenhauses immer noch ungewiss.
Der gestrige Abend mutierte zu einem großen Medienereignis. Nicht nur, weil die beiden Senatoren John McCain und Barack Obama extra ihren Wahlkampf unterbrachen, um an der Abstimmung teilzunehmen und ihren Auftritt im Senat dazu nutzten, sich in großer Einigkeit für die gute Sache zu präsentieren. Nein. Auch die Welt blickte nach dem ersten Scheitern des Rettungsplans am Montag gespannt auf Washington. Weltweit hatten die Aktienmärkte mit großen Verlusten reagiert. Eine weitere politische Schlappe hätte ein weiteres Abstürzen der Märkte nicht verhindern können.
Doch noch immer scheinen Börsianer und Asien und Europa skeptisch über den Atlantik zu schauen. In Asien notierten die Aktienmärkte schwächer. Der japanische Nikkei-Index schloss mit einem Minus von fast zwei Prozent, die Börse in Südkorea gab um 0,6 Prozent nach. Australiens Börse schloss mit einem Minus von einem Prozent, nur der Hang Seng in Hong Kong beendete den Handelstag im Plus (1,1 Prozent). In Europa hingegen eröffneten die Börsen leicht im Plus.
Ein Händler in Hong Kong erklärt gegenüber dem Nachrichtensender CNN: "Die Investoren sind unsicher, wie effizient der Rettungsplan wirklich ist und ob er wirklich hilfreich für die Weltwirtschaft ist.
Rettungsplan wurde nachgebessert
Genauso unsicher ist, ob das Repräsentantenhaus am Freitag sich wirklich dem Votum des Senats anschließt und das 700-Milliarden-Dollar-Paket absegnet. Zwar wurde noch einmal kräftig nachgebessert. Der Rettungsplan ermöglicht dem Staat, den Banken faule Kredite im Umfang von bis zu 700 Milliarden Dollar abzukaufen. Um das Vertrauen der Bankkunden zu stärken, wurde die Garantiesumme für Bankguthaben erhöht: Diese sollen von bisher 100.000 auf 250.000 Dollar pro Konto steigen. Die veränderte Vorlage enthält unter anderem zusätzliche Steuererleichterungen für Unternehmen und für Haushalte der Mittelschicht.
Doch ob diese Zugeständnisse ausreichen, die Abgeordneten im Repräsentantenhaus zu überzeugen, ist ungewiss. Denn zu sehr sitzt ihnen der Wähler im Nacken, der am 4. November über ihre Wiederwahl entscheidet. Nicht wenige von ihnen fürchten, von den Wählern abgestraft zu werden, sollten sie für das unpopuläre Paket votieren.
Allerdings: Der Absturz der Finanzmärkte und die Befürchtung, durch die Krise könnten weitere Banken, Versicherungen und auch Unternehmen ins Trudeln geraten, könnten inzwischen aber für einen Meinungsumschwung von "Mainstreet" - der Öffentlichkeit - gesorgt haben.
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