Eine sogenannte „Bad Bank“ (wörtlich: schlechte Bank) ist ein Institut, das geschaffen wird, um die Risiken der Banken aufzunehmen. Wir erklären, wie eine Bad Bank funktioniert und welche Risiken sie birgt.
Angeschlagene Banken können ihre Risiken in die neu geschaffene Bad Bank auslagern. Die Risiken der Banken können zum Beispiel aus problematischen Wertpapieren und Kreditengagements bestehen.
Die Haftung für diese Risiken liegen nun nicht mehr bei der jeweiligen Bank sondern bei der Bad Bank - und damit beim Staat oder beim Sicherungsfonds der Bad Bank.
Der Eigentümer der Bad Bank wickelt die Papiere später ab und hofft, dass sich die Wirtschaft bis dahin erholt hat. Im günstigsten Fall kann der Eigentümer dabei sogar Gewinn machen – zum Beispiel wenn sich die Immobilienpreise erholt haben.
Entscheidend: Die Bad Bank hilft den angeschlagenen Banken bei einem Neubeginn. Banken werden durch die Abgabe der faulen Papiere und Kredite aus ihren Bilanzen an die Bad Bank wieder in die Lage versetzt, den Wirtschaftskreislauf durch neue Kredite zu stützen.
Problematisch wird es dann, wenn unklar ist, welchen Wert die ausgelagerten Risikopapiere haben. Hat die Bad Bank der angeschlagenen Bank zu viel für deren Problemkredite gezahlt, drohen Verluste.
Schweden wird oft als Beispiel für eine erfolgreiche Anwendung des Konzepts der Bad Bank angeführt. In der schwedischen Bankenkrise Anfang der 1990er Jahre wurde eine Bad Bank eingerichtet. Mit steigenden Immobilienpreisen gelang es der Bad Bank später, einen Großteil der Verluste wieder gut zu machen.