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Talfahrt nach Äußerungen des slowakischen Premiers : Sorgen um Eurozone drücken Dax unter 6900 Punkte

zuletzt aktualisiert: 30.08.2012 - 20:04

Frankfurt/Main (RPO). Neu aufgekeimte Sorgen um ein Auseinanderbrechen der Eurozone haben den Dax am Donnerstag wieder unter die Marke von 6900 Punkten gedrückt. Mit einem Abschlag von 1,64 Prozent bei 6895,49 Punkten ging der deutsche Leitindex aus dem Handel. Der MDax sank um 1,08 Prozent auf 10 944,05 Punkte und der TecDax fiel um 0,52 Prozent auf 791,32 Punkte.

Mehrere Händler verwiesen mit Blick auf die Talfahrt des Dax auf Aussagen des slowakischen Premierministers Fico, der ein 50-prozentiges Risiko für ein Auseinanderbrechen der Eurozone sieht.

"Nachdem die jüngsten US-Wirtschaftsdaten nicht schlecht genug waren, um Markt-Interventionen zu rechtfertigen, rechnen immer weniger mit neuen Geldspritzen der US-Notenbank Fed", sagte ein Händler. "Die Äußerungen von Robert Fico haben daher die Sorgen um die Eurozone zurückgebracht, zu Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten geführt und auch den Euro spürbar belastet." Die Gemeinschaftswährung war nach den Aussagen Ficos am späteren Nachmittag ebenfalls kräftig unter Druck geraten und zeitweise unter 1,25 US-Dollar gefallen.

Autowerte größte Verlierer

Autowerte zählten nach skeptischen Analystenstudien zu den größten Verlierern. Allen voran sanken die Daimler-Aktien am Indexende um 5,53 Prozent auf 39,055 Euro ab. Die Anteilsscheine von BMW büßten 4,75 Euro ein und die Vorzüge von Volkswagen gaben um 3,97 Prozent nach. Bernstein Research hatte in einer Branchenstudie erneut Sorgen um die Perspektiven der Autobauer im wichtigen chinesischen Markt geweckt. Die Preisentwicklung und auch die Nachfrage seien überraschend schwach. Auch Morgan Stanley sieht Risiken für die Ertragsentwicklung im Automobilsektor und bei den Zulieferern. Die Autobranche war europaweit folglich die schwächste im Branchenindex Stoxx Europe 600 mit minus 4,30 Prozent.

Metro an der Spitze

Die Metro-Aktien kletterten nach einem Bericht über einen möglichen Verkauf der ausländischen Real-Märkte dagegen mit plus 2,12 Prozent an die Dax-Spitze. Wie die Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX erfuhren, laufen Gespräche zwischen dem Handelskonzern und Interessenten. Metro wollte die Informationen nicht kommentieren und sprach von Marktgerüchten.

Lufthansa vor Streik leicht gestiegen

Die Lufthansa-Papiere stemmten sich nach zwei Handelstagen mit Verlusten gegen den Markt und stiegen um 0,54 Prozent. Die Flugbegleiter werden an diesem Freitag ihre Streiks beginnen.

Rhön-Klinikum abgesackt

Die Titel von Rhön-Klinikum sackten dagegen am Ende des Index um 5,35 Prozent ab. Händler sprachen von wachsender Unsicherheit, ob, und wenn ja, wann Fresenius ein zweites Angebot für den Klinikbetreiber vorlege.

Der EuroStoxx 50 schloss mit minus 1,25 Prozent bei 2403,80 Punkten. Die Leitbörsen in Paris und London gaben ebenfalls nach. Der Dow Jones verlor zum europäischen Handelsschluss 0,72 Prozent und auch die Nasdaq-Indizes gaben nach.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,08 (Vortag: 1,05) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 134,74 Punkte. Der Bund Future gewann 0,37 Prozent auf 144,12 Punkte. Der Kurs des Euro erholte sich bis zum europäischen Aktienmarktschluss wieder leicht und stand bei 1,2506 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2544 (1,2545) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7972 (0,7971)
Euro.

 

Quelle: dpa
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