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Börse: Sorgen um US-Konjunktur lasten auf Dax

zuletzt aktualisiert: 25.02.2010 - 18:07

Düsseldorf (RPO). Der weiter schwache US-Arbeitsmarkt und die Sorge um Griechenland haben die europäischen Börsen am Donnerstag belastet. Der Dax ging mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 5532 Punkten aus dem Handel, der Eurostoxx verlor 1,7 Prozent.

Hauptunsicherheitsfaktor an den Börsen blieb die fragile Weltwirtschaft. Zwar zog die Investitionstätigkeit in den USA weiter an. "Allerdings kommt dies aktuell noch nicht in ausreichendem Maße am Arbeitsmarkt an", sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Auf die Stimmung schlug den Anlegern, dass die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche mit 496.000 deutlich höher ausfiel als erwartet. "Die Hoffnung war eigentlich, dass sich die Wirtschaft schneller erholt", fasste ein Börsianer zusammen.

Negativ wirkte sich auch die anhaltende Unsicherheit über die Lage Griechenlands aus. Kurz vor einer weiteren Umschuldung steigt der Druck auf die Regierung in Athen. Alle drei wichtigen Ratingagenturen drohten mit einer schlechteren Bewertung griechischer Staatsanleihen, sollte es dem Euro-Staat nicht gelingen, seine Sparpläne konsequent umzusetzen.

Der Reigen von Bilanzen großer deutscher Unternehmen lieferte ein gemischtes Bild. "Die Zahlen heben sich gegenseitig auf", sagte Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. Der Aktienmarkt befinde sich in einer Findungsphase. "Wenn man nicht weiß, was man tun soll, macht man erst mal gar nichts."

Eindeutig positiv reagierten nur die BASF-Aktien mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 41,115 Euro. "Das vierte Quartal von BASF ist beeindruckend, und die Zahlen liegen sowohl über unseren als auch den Schätzungen der meisten anderen Analysten", erklärte BHF-Bank-Analystin Annett Weber. Der Chemieriese dämpfte zwar Hoffnungen auf eine schnelle Erholung, beteuerte aber, er rechne auch für das laufende Jahr mit besseren Geschäften. "BASF ist für seinen vorsichtigen Ausblick bekannt", sagte ein Börsianer. "Der Markt weiß das richtig einzuordnen."

Nach anfänglichem Zögern nahm der Markt auch die Geschäftszahlen der Allianz positiv auf, allerdings nicht begeistert. Zwar überzeuge die Dividendenerhöhung, jedoch lasse der Konzern einen Ausblick vermissen. Allianz-Aktien stiegen um 0,1 Prozent. Der niederländische Versicherer Aegon konnte mit einem überraschend hohen Gewinn überzeugen und seine Aktien um 0,6 Prozent verteuern.

Auf wenig Euphorie stieß die Bilanz der Deutschen Telekom. Die Bonner wollen den Aktionären trotz eines Einbruchs des Nettogewinns zwar eine stabile Dividende für 2009 zahlen und stellten auch für die nächsten Jahre eine Mindestausschüttung in Aussicht. Doch für das laufende Jahr erwartet der Vorstand einen leichten operativen Ergebnisrückgang. Die T-Aktien gaben 1,3 Prozent auf 9,40 Euro ab. Positiv überraschte hingegen Konkurrent France Telecom mit seiner Bilanz, die Papiere gewannen in Paris rund ein Prozent auf 17,01 Euro.

Mit Verkäufen quittierten die Anleger die Senkung der mittelfristigen Prognose von RWE. Die Aktien des Energieriesen fielen um 2,6 Prozent, auch E.ON gerieten in den Sog des Konkurrenten und büßten 2,4 Prozent ein.

Europaweit rutschten Öl- und Gasaktien ins Minus, vor allem BP und Royal Dutch Shell mussten Federn lassen. Spekulationen auf sinkende Nachfrage durch einen erlahmenden Wirtschaftsaufschwung hatten den Ölpreis unter 78 Dollar je Fass gedrückt.

Quelle: RTR/spo

 
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