Kooperation verschiedener Spezialisten: Sparkassen planen internationale Top-Bank
zuletzt aktualisiert: 20.05.2004 - 15:38Frankfurt/Main (rpo). Die deutschen Sparkassen planen nach einem Zeitungsbericht eine internationale Top-Bank. Der Präsident des Sparkassenverbandes DSGV, Dietrich Hoppenstedt, sagte, das global aufgestellte Institut werde aus einer Kooperation verschiedener Spezialisten bestehen, die alle regional durch ihre Sparkassen ein starkes Standbein im Privatkundengeschäft besäßen.
Bisher teilen sich noch elf Landesbanken das überregionale Geschäft in Deutschland und im Ausland. Hinter den Kulissen arbeiten laut einem Bericht des "Handelsblatt" (Freitagausgabe) aber derzeit zwei Arbeitsgruppen, die von Thomas Fischer (Chef der WestLB) und Werner Schmidt (Chef der BayernLB) geleitet werden, an Projekten zur Ertrags- und Effizienzsteigerung der Landesbanken. Geplante Konsequenzen seien weitere Fusionen, Kooperationen und Spezialisierungen. "Bis Ende des Jahres sollen nach Informationen des "Handelsblatts" erste Ergebnisse vorgelegt werden", hieß es weiter.
Mitte 2005 fallen Staatsgarantien weg
Grund der Eile sei der Wegfall der Staatsgarantien Mitte 2005, auf die sich die Bundesregierung vor drei Jahren mit der Brüsseler EU-Kommission geeinigt hat. Hoppenstedt sagte der Zeitung zufolge: "Wenn die deutsche Volkswirtschaft und die Sparkassen-Finanzgruppe einen Champion aus dem deutschen Markt heraus brauchen, dann stellen wir ihn selbst auf die Beine."
Damit greife der Sparkassenpräsident auch die Forderung von Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, die auf dem Frankfurter Sparkassentag vor zwei Wochen für Schlagzeilen gesorgt hatte. Der Kanzler hatte unter anderem gesagt: "Wir brauchen ein Institut, das aus Deutschland heraus global tätig werden kann."
Hoppenstedt erklärte nun gegenüber dem "Handelsblatt": "Es ist gut für die deutsche Wirtschaft, wenn ein internationaler Champion im örtlichen Markt verankert ist. Doch welche deutsche private Großbank kann das noch von sich behaupten? Die Deutsche Bank konzentriert sich nicht mehr auf den Heimatmarkt. Und die anderen Privatbanken sind international nicht so stark aufgestellt, dass es zu einem Champion reichen würde. Als weltweit größte Finanzgruppe müssen wir Sparkassen deshalb über eigene Lösungen nachdenken."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
