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ThyssenKrupp plant Milliarden-Sparprogramm: Stahlriese entläßt 2100 Leiharbeiter

zuletzt aktualisiert: 28.11.2008 - 14:31

Essen (RPO). Nun ist die Wirtschaftskrise auch in der Stahlindustrie angekommen: Deutschlands größter Stahlproduzent ThyssenKrupp erwartet wegen des weltweiten Konjunktureinbruchs einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang.

Der Stahlriese plant deshalb ein milliardenschweres Sparprogramm und will sich von 2.100 seiner 3.700 Leiharbeiter trennen. Auch Produktionsstillstände, Kurzarbeit und Personalanpassungen könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte Konzernchef Ekkehard Schulz am Freitag in Essen.

"Wir können uns dem gegenwärtigen konjunkturellen Abschwung nicht entziehen, sind aber gut vorbereitet und solide finanziert", betonte der Manager bei der Vorstellung der Konzernbilanz 2007/2008. Genaue Angaben zur Höhe der erwarteten Einbußen machte der Konzernchef nicht. Die zunehmenden Unsicherheiten auf den Märkten erlaubten zurzeit keine quantifizierbare Prognose.

Vorübergehende Werksschließungen

Schulz kündigte an, zur Sicherung von Ergebnis und Liquidität plane der Stahlriese ein Sparprogramm in einem Volumen von mehr als einer Milliarde Euro. Entlassungen fest angestellter Mitarbeiter plane der Konzern aber bislang noch nicht. Vielmehr soll der Produktionsrückgang über Arbeitszeit- und Urlaubskonten abgefedert werden. Ob darüber hinausgehende Maßnahmen nötig würden, werde von der Tiefe und Dauer der weltwirtschaftlichen Krise abhängen.

Wegen der zuletzt drastisch gesunkenen Nachfrage plant der Konzern zum Jahreswechsel vorübergehenden Werksschließungen von bis zu vier Wochen. Am stärksten werde davon die Edelstahlproduktion in Deutschland und Italien betroffen sein, sagte Schulz. Doch hoffe der Konzern, dass sich die zuletzt dramatisch eingebrochene Nachfrage nach Stahl spätestens im zweiten Quartal 2009 wieder normalisiere, wenn Kunden und Handel die vorhandenen Lagerbestände abgebaut hätten.

Rekordergebnis in 2008

Trotz des Konjunktureinbruchs hält der Konzern Schulz zufolge grundsätzlich an seiner 2005 beschlossenen Wachstumsstrategie fest, die für die nächsten Jahre einen deutlichen Ausbau der Fertigungskapazitäten in Nord- und Südamerika vorsieht. Der Bau des neuen Brammenwerks in Brasilien und des Stahl- und Weiterverarbeitungswerks in den USA werde ungeachtet der Krise der US-Autoindustrie fortgesetzt. Schulz zufolge sind bis zu 40 Prozent der geplanten Fertigung des neuen Stahlwerks in Alabama für die US-Autoindustrie bestimmt.

"Kurzfristig bleibt die Situation angespannt", sagte der Manager. Doch hoffe der Konzern, schon 2010 wieder auf seinen langfristig angelegten Wachstumspfad zurückkehren zu können. ThyssenKrupp werde gestärkt aus dieser weltweit schwierigen Phase hervorgehen, meinte Schulz.

Im Geschäftsjahr 2007/2008 steigerte der Stahlriese seinen Umsatz um 3 Prozent auf 53,4 Milliarden Euro. Aufgrund der erhöhten Rohstoffkosten ging das Ergebnis vor Steuern allerdings um 6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro zurück. Der Jahresüberschuss stieg dank einer verminderten Steuerquote um 4 Prozent auf den Rekordwert von fast 2,8 Milliarden Euro. Die Nettofinanzschulden betrugen 1,6 Milliarden Euro.

Alles über die Krise an den Finanzmärkten in unserem Special.

Quelle: ap

 
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