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Steinbrück in Action panorama ddp
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Finanzkrise: Steinbrück feilt am "Plan B"

zuletzt aktualisiert: 06.10.2008 - 17:34

Berlin (RPO). Die Finanzkrise wütet in Europa. In letzter Minute kann die Bundesregierung abermals eine Pleite der Hypo Real Estate verhindern. Finanzminister Peer Steinbrück erwägt nun, einen Schutzschirm über den gesamten deutschen Finanzsektor aufzuspannen. Mit Einzellösungen wie bei der HRE komme man nicht weit. 

Im Kampf gegen die eskalierende Finanzkrise will die Bundesregierung einen Schutzschirm für die gesamte deutsche Finanzbranche aufspannen. Mit Einzellösungen wie im Fall Hypo Real Estate komme man irgendwann nicht mehr weiter, sagte Finanzminister Peer Steinbrück in Berlin. Sein Ziel sei es nun, einen "Plan B" in der Schublade zu haben, um weitere Bankenpleiten zu verhüten.

Trotz aller staatlichen Eingriffe stürzten die Aktienkurse am Montag weltweit ab. Der Dow Jones Index brach in der ersten Handelsstunde um mehr als 570 Punkte auf 9.747 Punkte ein und lag damit erstmals seit dem 29. Oktober 2004 unter der 10.000-Punkte-Marke. Der Deutsche Aktienindex (DAX) verlor bis gegen 17.00 Uhr rund 7,5 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte 2006. Das Papier der Hypo Real Estate büßte mehr als 40 Prozent seines Werts ein.

Steinbrück sagte, die in einigen EU-Staaten diskutierte übergreifende europäische Lösung zur Risikoabschirmung der Banken werde es "in jedem Fall" nicht sein. Er sei sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel einig, dass die Bundesregierung in jedem Fall alleiniger "Herr des Verfahrens" bleiben wolle. Details wollte er zunächst nicht nennen.

Unterdessen wurden Details über die historische Garantieerklärung der Bundesregierung für die Einlagen deutscher Sparer bekannt: Die Garantie umfasst nach Angaben des Finanzministeriums ein Vermögen von mehr als einer Billion Euro. Allein die Spareinlagen belaufen sich den Angaben zufolge auf 563 Milliarden Euro. Zusammen mit Giro- und Termineinlagen von privaten Sparern ergebe sich eine Summe von über 1.000 Milliarden Euro.

Spitze der Hypo Real Estate unter Beschuss

Nach der überraschenden Offenlegung neuer Milliardenlöcher wächst der Druck auf die Manager der angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE). Steinbrück verlangte die zügige Ablösung von Vorstandschef Georg Funke und Aufsichtsratschef Kurt Viermetz. Die Banken hatten am späten Sonntagabend ihre Kreditlinie für den Münchener Immobilienfinanzierer um 15 auf nun 50 Milliarden Euro aufgestockt.

Kanzlerin Merkel wies Kritik an ihrem Krisenmanagement zurück. "Es ist uns gelungen, eine wichtige Bank zu stabilisieren", sagte Merkel in Wiesbaden. Dies sei ohne Alternative gewesen. Steinbrück sagte, die kurzfristige Offenlegung des neuen Milliardenlochs habe ihn, Merkel und auch die Banken entsetzt. Er monierte, dass nun Verantwortung für Managementfehler auf die Politik abgeschoben und diese geradezu "in den Schraubstock" gezwungen werden solle.

Nikkei-Index auf Vier-Jahres-Tief

In Russland waren die Kurse einmal mehr im freien Fall: Der Handel wurde wie schon mehrfach in der vergangenen Woche ausgesetzt. Der MICEX-Index war zuvor mehr als 15 Prozent in die Tiefe gerutscht, der RTS sackte fast 14 Prozent ab. Der Ölpreis, das Rückgrat der russischen Wirtschaft, sank erneut: An der Börse in Singapur fiel der Preis für ein Barrel leichtes Rohöl um 4,96 Dollar auf 89,19 Dollar. Damit ist der Ölpreis seit den Höchstständen im Sommer um fast 40 Prozent eingebrochen.

Mit einem Kurssturz an den Börsen in Asien hat sich auch dort die internationale Finanzkrise weiter verschärft. In Tokio brach der Nikkei-Index um 4,25 Prozent ein: Das Börsenbarometer verlor 465,05 Punkte und schloss mit 10.473,09 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren.

Alles über die Krise an den Finanzmärkten in unserem Special.

Quelle: ap

 
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