Börse: Stimmung am Aktienmarkt weiter labil
zuletzt aktualisiert: 21.10.2008 - 18:15Frankfurt/New York (RPO). Die Atmosphäre an den Aktienmärkten ist zurzeit schlecht abzuschätzen. Nach gutem Start rutschte der Deutsche Aktienindex Dax am Dienstag in Minus und verlor am Nachmittag zeitweise über 2 Prozent. Der Dow Jones startete an der Wall Street schwächer, legte zeitweise aber wieder zu.
Der Dax schloss in Frankfurt am Main 1,05 Prozent schwächer bei 4.784,41 Punkten. Größte Verlierer waren Volkswagen mit über 12 Prozent, Hypo Real Estate mit über 6 Prozent und Infineon mit über 5 Prozent. Auf der Gewinnerseite führten Commerzbank mit fast 6 Prozent, Deutsche Börse mit über 4 Prozent und Merck mit fast 4 Prozent. Der MDax legte 0,5 Prozent auf 5.596,29 Zähler zu, der TecDax um 1,41 Prozent auf 561,53 Punkte.
In New York startete die Börse nach der Kursrallye zum Wochenbeginn mit Verlusten. In der ersten Handelsstunde sank der Dow-Jones-Index mit den 30 wichtigsten Titeln um 0,16 Prozent auf 9.250,38 Punkte. Der Nasdaq-Index fiel um 0,24 Prozent auf 1.765,77 Zähler.
Der Rückgang war nach den großen Gewinnen am Montag erwartet. Investoren reagierten aber auch auf Quartalsergebnisse: So senkte der Chemiekonzern DuPont seine Prognose für das Geschäftsjahr 2008. Der Maschinenbauer Caterpillar musste wegen höherer Rohstoffkosten einen Gewinnrückgang verbuchen. Der Pharmahersteller Pfizer übertraf mit seinem Ergebnis dagegen die Erwartungen.
In Tokio stieg der Nikkei-Index bis Handelsschluss um 3,34 Prozent auf 9.306,25 Punkte.
Zins zwischen Banken sinkt
Positive Nachrichten kamen vom Interbankenmarkt. Der Zinssatz für die kurzfristige Aufnahme von Geld zwischen Banken, der sogenannte Libor, sank in London um 0,23 Prozentpunkte auf 3,83 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit dem 26. September sowie erstmals seit dem 29. September unter 4 Prozent. Der Euribor, ein weiterer Interbankensatz, fiel um 0,03 Prozentpunkte auf 4,968 Prozent. Er lag damit erstmals seit 18. September, als er nach der Lehman-Pleite emporschnellte, unter 5 Prozent.
Der Zinsrückgang wurde als Hinweis gewertet, dass die Banken sich gegenseitig wieder leichter Geld zu leihen beginnen. Dies ist eines der Ziele der von zahlreichen Staaten aufgelegten Rettungspakete, da mangelndes Vertrauen zwischen den Banken begonnen hatte, Kredite auch für Firmen und Verbraucher zu verknappen.
Der Euro gab gegenüber dem Dollar nach. Die Gemeinschaftswährung kam auf einen Referenzkurs von 1,3184 Dollar, nach 1,3424 Dollar am Montag.
Ein großes Special zur Finanzmarktkrise finden Sie hier.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
