Nach Überweisungspanne: Suspendierte KfW-Vorstände bekommen weiter volles Gehalt
zuletzt aktualisiert: 24.09.2008 - 10:09Berlin (RPO). Die suspendierten Manager der Staatsbank KfW erhalten weiterhin ihre vollen Bezüge. Die KfW-Vorstände Detlef Leinberger und Peter Fleischer verdienen laut KfW 466.000 Euro im Jahr zuzüglich geldwerter Vorteile.
Die KfW hatte am vergangenen Montag kurz vor der Pleite von Lehman Brothers 300 Millionen Euro für ein Währungstauschgeschäft an Lehman überwiesen. Aufgrund von Wechselkursrisiken entstand der Bank dadurch ein Verlust von 350 Millionen Euro.
Leinberger und Fleischer sowie ein Abteilungsleiter wurden daraufhin suspendiert. Ihre Gehälter sollen sie aber dennoch weiter erhalten. Ein KfW-Sprecher Michael Helbig bestätigte dies gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Die beiden Vorstände erhalten ihre Bezüge in voller Höhe weiter." Nach dem deutschen Arbeitsrecht steht den beiden entlassenen Managern eine Fortzahlung ihrer Gehälter zu.
Haushaltsausschuss beschäftigt sich mit KfW-Skandal
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags wird sich heute mit der millionenschweren Panne bei der Staatsbank KfW befassen. Der KfW-Verwaltungsratsvorsitzende, Bundeswirtschaftsminister Glos, sein Stellvertreter, Bundesfinanzminister Steinbrück, und der KfW-Vorstandsvorsitzende Schröder sollen den Abgeordneten Rede und Antwort stehen, wie die "Financial Times Deutschland" berichtete.
"Wir wollen genaueste Aufklärung darüber, wie es zu der Überweisung von 350 Millionen Euro an die Pleite-Bank Lehman kommen konnte", sagte SPD-Haushaltsexperte Schneider der Zeitung.
Das Sekretariät des Haushaltsausschusses bestätigt diese Planungen "in der Tendenz". Details seien noch zu klären, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die Sitzung des Haushaltsausschusses beginnt um 14.00 Uhr.
Alle Infos zur Finanzkrise finden Sie in unserem Special.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
