Schweizer Bank: UBS bekommt Milliarden-Paket
zuletzt aktualisiert: 16.10.2008 - 09:08Bern/Zürich (RPO). Nun hat auch die Schweiz ein Milliarden-Rettungspaket beschlossen. Regierung und Nationalbank greifen der angeschlagenen Großbank UBS mit der Finanzierung einer Kapitalerhöhung und der Auslagerung fauler Engagements unter die Arme. Sie stellen dazu mehrere Dutzend Milliarden Franken bereit. Die Credit Suisse erhöht ihr Kapital am Markt um zehn Milliarden Franken (6,48 Milliarden Euro).
Nach den Rettungspaketen in den USA und der EU und nach einigem Zögern hat auch die Schweiz ein umfangreiches Maßnahmenpaket verabschiedet, mit dem der Finanzplatz über die Runden kommen soll. Das Paket wurde vom Bundesrat, der Schweizerische Nationalbank (SNB) und der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) gemeinsam beschlossen, wie es in Mitteilungen vom Donnerstag heißt. Neben einer Erhöhung des Einlegerschutzes stehen Hilfsmassnahmen für die Großbank UBS im Zentrum, die wegen des Subprime-Debakels bisher 45,4 Milliarden Franken abschreiben musste.
Bund und Nationalbank setzen dabei in zwei Punkten an: Erstens finanziert der Bund eine weitere Kapitalerhöhung der UBS in der Höhe von sechs Milliarden Franken durch die Zeichnung einer Pflichtwandelanleihe. Dem dafür nötigen Kredit hat die Finanzdelegation des Parlaments bereits zugestimmt, wie das Finanzministerium mitteilt. Zweitens sorgt die Nationalbank mit einem Darlehen in der Höhe von maximal 54 Milliarden Dollar dafür, dass die UBS ihre durch die Finanzkrise illiquid gewordenen Wertpapiere und andere Problemengagements von bis zu 60 Milliarden Dollar in eine Zweckgesellschaft auslagern kann.
Ohne Staatshilfe kommt vorerst die Credit Suisse (CS) aus. Sie beschafft sich am Markt Mittel in der Höhe von rund zehn Milliarden Franken für eine Kapitalerhöhung. Einen bedeutenden Teil schießt dabei ein Staatsfonds aus Qatar ein. Die Credit Suisse gab außerdem bekannt, dass sie im dritten Quartal einen Verlust von rund 1,3 Milliarden Franken erlitten hat. Die UBS bekräftigte demgegenüber frühere Aussagen, wonach sie im dritten Quartal schwarze Zahlen geschrieben hat und bezifferte den Gewinn auf 296 Millionen Franken.
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