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Nach Herabstufung: Ungarn will mit EU, IWF und Banken kooperieren
zuletzt aktualisiert: 26.11.2011 - 09:20Budapest (RPO). Nach der Herabstufung auf Ramschstatus sucht Ungarn händerringend nach einem Ausweg aus der Schuldenkrise. Die Regierung des EU-Lands will mit einer politischen Kehrtwende die angeschlagene Wirtschaft stabilisieren.
Dazu soll das schwierige Verhältnis zur Europäischen Union, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und den nationalen Banken verbessert werden. "Ungarn braucht einen neuen Wachstumsplan und zur gleichen Zeit ein finanzielles Sicherheitsnetz. In der derzeitgen Lage können nur der IWF und die EU uns diese Sicherheit bieten", sagte Wirtschaftsminister György Matolcsy am Freitagabend nach einer Dringlichkeitssitzung mit Ministerpräsident Viktor Orban und Wirtschaftsexperten.Ungarn wolle sich aber weiterhin alleine an den internationalen Märkten refinanzieren, stellte er klar.
Der IWF und die EU hatten Ungarn bereits 2008 mit Notkrediten von rund 20 Milliarden Euro vor dem Staatsbankrott gerettet. 2010 kündigte Orban wenige Monate nach seinem Amtsantritt den Vertrag mit dem IWF.
Die Agentur Moodys hatte am Donnerstag Ungarns Kreditwürdigkeit wegen der hohen Verschuldung und der lahmen Wirtschaft auf "Ramsch" herabgestuft und damit Ängste vor einer Ansteckung Osteuropas durch die Schuldenkrise geschürt. Die Regierung brandmarkte die Entscheidung am Freitag als Teil der "spekulativen Angriffe gegen Ungarn", die bereits den Kurs der Währung Forint in den Keller gedrückt hätten.
Ratingagentur droht mit weiterer Herabstufung
Staatsanleihen des Landes gelten damit nicht mehr als sichere Geldanlage sondern als "spekulativ". Die Ratingagentur drohte mit einer weiteren Herabstufung, indem sie den Ausblick auf "negativ" beließ. Sie begründete ihre Entscheidung mit der starken Abhängigkeit Ungarns von ausländischen Geldgebern, den schlechten Konjunkturaussichten und dem Schuldenberg von 82 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Erst vor wenigen Tagen hatte sich Budapest mit der Bitte um Hilfsgelder an den Internationalen Währungsfonds gewandt. Die Regierung hatte gehofft, so der drohenden Herabstufung ihrer Staatsanleihen zu entgehen.
Nach der Rückstufung senkte die Regierung die Wachstumserwartungen für 2012 deutlich. Ungarn erwarte im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,5 bis ein Prozent.
Das bisher angepeilte Wachstum von 1,5 Prozent 2012 sei "nicht realistisch", fügte Matolcsy hinzu.
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