Pleite im Dezember droht: US-Autobauer brauchen schnelle Hilfe
zuletzt aktualisiert: 03.12.2008 - 12:24Washington (RPO). Den beiden US-Autobauern Chrysler und General Motors droht noch in diesem Jahr die Insolvenz. Beide Unternehmen brauchen im Dezember dringend Geld, um zu überleben. Ford steht besser da, ersucht aber ebenfalls um eine Kreditlinie zur Absicherung.
Die "großen Drei" legten am Dienstag dem Kongress in Washington ihre Sanierungspläne vor. Insgesamt bitten sie um staatliche Darlehen im Volumen von 34 Milliarden Dollar (rund 27 Milliarden Euro).
Die Opel-Mutter General Motors beantragte eine Finanzhilfe von 18 Milliarden Dollar. Noch in diesem Monat sei ein erstes Darlehen in Höhe von vier Milliarden Dollar erforderlich, weitere acht Milliarden würden bis Ende März benötigt, teilte der Konzern mit. Sollte sich die Marktlage weiter verschlechtern, sei zusätzlich eine Kreditlinie von sechs Milliarden Dollar notwendig.
Chrysler erklärte, ohne staatliche Hilfe drohe dem Unternehmen im ersten Quartal des kommenden Jahres die Insolvenz. Der Konzern beantragte ein Darlehen in Höhe von sieben Milliarden Dollar, das noch vor Jahresende benötigt werde.
Ford bat den Kongress um eine Kreditlinie von neun Milliarden Dollar, erklärte aber zugleich, möglicherweise werde das Geld gar nicht gebraucht. Ford will 2011 wieder Gewinn machen oder zumindest ohne Verlust dastehen.
Energiesparende Autos in Aussicht
Im Gegenzug versprachen die Autokonzerne Kostensenkungen und modernere, energiesparende Autos. Bei GM sollen bis 2012 etwa 20.000 bis 30.000 Arbeitsplätze wegfallen. GM und Ford wollen ihr Händlernetz verkleinern. Ford will die Entwicklung von Elektroautos beschleunigen und in den nächsten 7 Jahren 14 Milliarden Dollar in energiesparende Technik investieren. Alle drei Konzerne wollen ihre Produktlinien straffen und die Vorstandsgehälter einschränken.
Für Donnerstag und Freitag sind Anhörungen der Autobosse vor den Ausschüssen von Senat und Abgeordnetenhaus angesetzt. Die Konzerne schilderten in düsteren Farben die Folgen auf die US-Gesellschaft und die Wirtschaft, sollte die Politik die Hilfen erneut verweigern. "Es gibt keinen Plan B. Ohne Hilfe kann die Firma ganz einfach ihren Betrieb nicht mehr bezahlen", sagte GM-Betriebschef Fritz Henderson.
Beim ersten Anlauf vor 14 Tagen waren die Konzernchefs abgewiesen worden, nicht nur, weil sie keine konkreten Pläne vorlegen konnten. Die Abgeordneten nahmen auch übel, dass die Bittsteller Rick Wagoner (GM), Bob Nardelli (Chrysler) und Alan Mulally (Ford) getrennt in ihren eigenen Firmenjets angereist waren.
Deshalb sollen nun auch symbolische Handlungen die Abgeordneten zur Hilfsbereitschaft bewegen. Wagoner und Mulally wollen für einen Dollar im Jahr arbeiten, wenn der Staat ihren Unternehmen hilft. Nardelli hat nach Firmenangaben bereits auf sein Gehalt verzichtet.
Die Firmenjets sollen verkauft werden. Und für den Canossagang wählen die Topmanager bescheidenere Verkehrsmittel: Alle drei wollen die fast 840 Kilometer von Detroit nach Washington in Konzernautos mit umweltfreundlichem Hybridantrieb zurücklegen.
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