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Verschleierungsvorwurf: US-Bank zahlt Milliarden für geschädigte Anleger

zuletzt aktualisiert: 15.06.2005 - 13:45

New York (rpo). Der spektakuläre Zusammenbruch des amerikanischen Energiekonzerns Enron vor vier Jahren hat viele Aktionär ein kleines Vermögen gekostet. Jetzt zahlt das Geldhaus JPMorgan Chase geschädigten Anlegern 2,2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro).

Mit dieser Vereinbarung erfüllt die drittgrößte amerikanische Bank die Ansprüche von 50.000 Enron-Investoren, die mehrere Kreditinstitute in einer Sammelklage zur Zahlung von Schadensersatz zwingen wollen.

Die Kläger werfen den Banken vor, Enron weiterhin Kredite gegeben zu haben, obwohl die Insolvenz des Unternehmens für sie bereits absehbar gewesen sei. Den Banken wird vorgeworfen, Enron bei der Verschleierung seiner tatsächlichen Lage geholfen und damit Investoren in die Irre geführt zu haben. Enron soll Kredite als Einnahmen aus dem operativen Geschäft verbucht haben.

Von den bislang sechs erzielten Regelungen hat die Vereinbarung mit JPMorgan Chase das größte Volumen. Ende vergangener Woche erklärte sich das größte Finanzinstitut des Landes, die Citigroup, zur Zahlung von zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) bereit.

Noch offen sind die Ansprüche gegenüber der Deutschen Bank, Barclays, der Credit Suisse First Boston, Merrill Lynch, der Toronto Dominion Bank, der Royal Bank of Canada, und der Royal Bank of Scotland.

Die geschädigten Investoren wollten an ihren Klagen gegen die Banken festhalten, sagte der Anwalt der University of California, William Lerach. Die Hochschule hat durch den Zusammenbruch von Enron 144,7 Millionen Dollar verloren.

JPMorgan bestritt, gegen Rechtsvorschriften verstoßen zu haben. Die Vereinbarung mit den Anlegern diene lediglich dazu, Unsicherheiten und langwierige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Durch den Zusammenbruch des Energiekonzerns im Jahr 2001 waren Börsenwerte von 40 bis 45 Milliarden Dollar vernichtet worden.

Quelle: ap

 
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