Notenbank-Entscheid: US-Leitzins bleibt weiter auf Tiefststand
zuletzt aktualisiert: 17.12.2009 - 06:13Washington (RPO). Der wichtigste Leitzins in den USA bleibt unverändert auf seinem Tiefststand von 0 bis 0,25 Prozent. Das entschied die US-Notenbank am Mittwoch.
Dies werde auch noch einige Zeit so bleiben, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen und die hohe Arbeitslosigkeit abzubauen, hieß es zum Abschluss einer Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed. Die Inflation sei voraussichtlich bis auf weiteres unter Kontrolle.
Zugleich erneuerte die Notenbank ihre positive Einschätzung hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung. Die Konjunktur ziehe weiter an, hieß es. Auch der Einbruch am Arbeitsmarkt schwäche sich ab ab, stellten die Notenbanker fest.
Allerdings seien die Verbraucherausgaben noch stagnierend, Lohnsteigerungen gering, und Unternehmen hielten sich mit Neueinstellungen zurück. Die Fed kündigte an, einige der Notprogramme zur Überwindung der Kreditklemme im neuen Jahr herunterzufahren. Die Notenbank hatte den wichtigsten Leitzins im Dezember vergangenen Jahres vor dem Hintergrund der Finanzkrise auf das Rekordtief gesenkt.
Dollar legt zu
Die US-Aktienmärkte hielten nach den Äußerungen der Fed zunächst ihre Gewinne. Der Dow Jones notierte später allerdings etwas schwächer und drehte zeitweise ins Minus. Der Dollar konnte gegenüber Euro und Yen zulegen. Die US-Staatsanleihen mit zehnjähriger und 30-jähriger Laufzeit notierten nach der Fed-Erklärung schwächer.
Die US-Notenbank hatte ähnlich wie andere Zentralbanken auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Leitzins massiv gesenkt und für mehr als eine Billion Dollar Wertpapiere aufgekauft, um das Finanzsystem und die Wirtschaft mit Geld zu fluten. Die Fed bestätigte nun, das Ankaufprogramm für hypothekenbesicherte Papiere im Volumen von 1,25 Billionen Dollar im März wie geplant auslaufen zu lassen und erteilte damit Forderungen nach einer Verlängerung eine Absage. Das Tempo der Ankäufe soll zudem rechtzeitig gedrosselt werden, um eine weiche Landung sicherzustellen. Auch andere unkonventionelle Maßnahmen zur Stützung der lahmenden Konjunktur sollen wie geplant bald auslaufen.
Zuletzt hatten sich die Zeichen einer Erholung der US-Wirtschaft gemehrt: Das Vertrauen der US-Bürger in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ist gestiegen und der Einzelhandel legte überraschend gute Daten vor. Zudem ist der Jobabbau im November nahezu zum Stillstand gekommen. Fed-Chef Ben Bernanke hatte jedoch kürzlich davor gewarnt, bereits Entwarnung zu geben: Es sei fraglich, ob der Aufschwung genügend Jobs zur Verringerung der hohen Arbeitslosigkeit schaffen werde.
US-Industrie in der Krise
Wie sehr die US-Industrie noch immer unter den Folgen der Krise leidet, zeigt sich daran, dass knapp 30 Prozent der Produktionsmittel brachliegen. Die Fed geht davon aus, dass die Auslastung schrittweise wieder zunimmt und zugleich Preisstabilität herrschen wird. An der Inflationsfront herrscht derzeit weitgehend Ruhe: In der Kernrate - also ohne die schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie - blieb das Preisniveau im November zum Vormonat konstant.
Allerdings machen Engpässe bei der Kreditvergabe der US-Wirtschaft zu schaffen: Fed-Chef Bernanke hatte vor der Zinssitzung in einem Interview beklagt, die Kreditvergabe der Banken sei nach wie vor zu schwach, um eine gesunde Erholung der Wirtschaft zu unterstützen.
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