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Hunderte Millionen eingenommen
Venezuela startet eigene Kryptowährung Petro

Venezuela führt eigene Kryptowährung Petro ein
Nicolas Maduro. FOTO: afp, FPZ
Caracas. Das krisengebeutelte Venezuela hat als erste Nation weltweit seine eigene Kryptowährung eingeführt. Präsident Maduro will damit vor allem gegen die Vorherrschaft des US-Dollars kämpfen.

Venezuela hat als erstes Land der Welt seine eigene Version einer digitalen Währung eingeführt, den sogenannten Petro. Der Vorverkauf für die ersten 38,4 Millionen Einheiten startete am Dienstag, insgesamt will Venezuela 100 Millionen Petros ausgeben. Der Referenzpreis für einen Petro ist der aktuelle Preis für ein Barrel Öl, der derzeit bei rund 60 Dollar liegt. Öl ist das wichtigste Exportprodukt Venezuelas.

Nach Angaben von Präsident Nicolas Maduro nahm Venezuela Hunderte Millionen Dollar beim Start der Kryptowährung ein. Am ersten Vorverkaufstag seien 735 Millionen Dollar zusammengekommen. "Heute wird eine Kryptowährung ins Leben gerufen, die es mit Superman aufnehmen kann", sagte Maduro und spielte mit der bekannten Comic-Figur auf die USA an, aus der die Weltleitwährung Dollar kommt. "Wir haben einen großen Schritt in das 21. Jahrhundert genommen." 

Machtkampf zwischen Maduro und Opposition

Maduros Regierung hofft, mit dem Petro die darniederliegende Wirtschaft des Landes neu zu beleben und die von den USA verhängten Sanktionen zu umgehen. Allerdings warnte Washington potenzielle Investoren, dass sie auch mit dem Kauf des Petros die Sanktionen missachten und sich damit strafbar machen könnten. 

In Venezuela herrscht seit Jahren ein Machtkampf zwischen Maduro und der Opposition. Das Land steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise, der Ölpreisverfall der vergangenen Jahre drückt auf die Einnahmen des Staates. Die Opposition hat immer wieder mit Massenprotesten gegen Maduro mobil gemacht, dem sie den Aufbau einer Diktatur, Misswirtschaft und Korruption vorwirft. 

Einige Fans der Digitalwährung stehen der Möglichkeit ablehnend gegenüber, dass Einzelstaaten Kryptowährungen einführen, die ja eigentlich entwickelt wurden, um staatliche Kontrollen zu umgehen. Die Venezolaner nutzen bereits jetzt vielfach Bitcoins und andere digitale Währungen etwa für Arztbesuche oder Reisen. Damit gehen sie dem entwerteten Bolívar und dem US-Dollar aus dem Weg, den sie nur auf dem Schwarzmarkt besorgen können.

(wer/ap)
 
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