kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Bei Daimler Arbeitszeitverkürzung: VW will Wolfsburg drei Wochen dicht machen

zuletzt aktualisiert: 25.11.2008 - 14:58

Wolfsburg (RPO). Die deutschen Autobauer reagieren auf die aktuelle Verkaufskrise: VW will die Produktion im Stammwerk Wolfsburg für mehr als drei Wochen stoppen. Zwischen Vorstand und Betriebsrat sei derzeit eine verlängerte Weihnachtspause vom 18. Dezember bis zum 11. Januar "in der Diskussion".

Mehr zum Thema

Dies sagte ein VW-Sprecher am Dienstag in Wolfsburg. Betroffen von dem Produktionsstopp wären 16.000 der insgesamt 44.000 Mitarbeiter an dem niedersächsischen Fertigungsstandort. Darüber hinaus sei noch ein eintägiger Produktionsstopp am 5. Dezember im Gespräch.

"Volkswagen kann sich von der schwierigen Lage auf dem Automarkt nicht abkoppeln", sagte der VW-Sprecher. Der Konzern wolle deswegen die Fertigung zurückfahren, "um nicht so sehr auf Lagerhaltung zu produzieren". Im vergangenen Jahr habe die Weihnachtspause in Wolfsburg nur rund zwei Wochen gedauert.

Wegen der Absatzkrise der Autobranche hatten bereits mehrere deutsche Hersteller verlängerte Weihnachtspausen oder Kürzungen in der Produktion angekündigt. So legt etwa Daimler an all seinen 14 deutschen Standorten über Weihnachten ein vierwöchige Zwangspause bis zum 12. Januar ein. Bei BMW gab es bereits Produktionsstopps in mehreren Werken. Ford meldete Anfang November in Teilen seiner Motorenfertigung in Köln für fünf Wochen Kurzarbeit an.

Daimler verringert Arbeitszeit im PKW-Bereich

Trotz der weltweiten Krise auf dem Lkw-Markt plant Daimler in den deutschen Nutzfahrzeugwerken vorerst keine Verringerung der Arbeitszeit. Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler sagte der Nachrichtenagentur AP in Stuttgart: "So wie es jetzt aussieht, kommt das im ersten Halbjahr 2009 nicht." Es bestehe noch Luft beim Abbau von Arbeitszeitkonten. Außerdem trenne sich der Konzern zuerst von Leiharbeitern. Bis Ende des Jahres sollten die meisten Zeitarbeiter entlassen werden. Genaue Zahlen nannte das Unternehmen nicht.

Im Pkw-Bereich sprechen Unternehmensleitung und Betriebsrat zurzeit über die Verringerung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 Stunden. Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller erwartet für die kommenden Monate große Zurückhaltung bei den Auftragseingängen. "Wir stellen uns auf ein erstes Halbjahr ein, das weniger schön ist." Besonders der US-Markt bleibe schwierig. "Dort wird alles viel länger dauern, bis es wieder zur Erholung kommt." Daimler hatte vor kurzem die Schließung von zwei Werken und den Abbau von 3.500 Stellen in den USA angekündigt. Außerdem werde die Marke Sterling Trucks eingestellt, bekräftigte Renschler.

Weitere Einsparungen in den USA wollte der weltgrößte Lkw-Hersteller nicht ausschließen. "Wir planen in Szenarien und sind damit auf alle Eventualitäten vorbereitet." Ein Grund für die Probleme auf dem US-Markt sieht Renschler unter anderem in der Aufgabe von vielen kleineren Lkw-Flottenbetreibern. Bis Ende August seien in den USA 88.000 Lastwagen stillgelegt worden. Der Daimler-Vorstand sagte: "Wir sind trotzdem in den USA gut aufgestellt." Er verwies unter anderem darauf, dass im kommenden Jahr in Mexiko eine neue Fabrik eingeweiht werde.

"Wir produzieren keine Lastwagen auf Halde"

Eine Prognose für den weltweiten Lkw-Markt für das Jahr 2009 wollte Renschler nicht abgeben. "Wir produzieren keinen Lastwagen auf Halde." Trotz der rückläufigen Konjunktur hält Daimler daran fest, dass die Lastwagen-Sparte in diesem Jahr einen Rekordabsatz einfahren wird. Wachstumschancen werden vor allem in China, Indien, Brasilien und Russland gesehen. Bis Ende des Jahres solle auch wie angekündigt eine Entscheidung über den Einstieg beim russischen Marktführer Kamaz fallen, sagte Renschler. In Russland solle unabhängig von einer möglichen Kooperation mit Kamaz auch der Lkw-Vertrieb ausgebaut werden.

Die lange Zeit in den Schlagzeilen gewesene japanische Tochter Fuso sei nun in ruhigerem Fahrwasser unterwegs. "Wir haben keine Qualitätsprobleme mehr", sagte Renschler. Allerdings sei auch der japanische Markt von einem Absatzeinbruch nicht verschont geblieben. In den letzten beiden Jahren habe der Rückgang 31 Prozent betragen. "Wir müssen insgesamt aufpassen auf die Gesamtentwicklung in Japan." Renschler deutete die Möglichkeit von Einschnitten im japanischen Vertriebsnetz an, wenn der Markt dort weiter auf Talfahrt bleibe.

Der Nutzfahrzeug-Vorstand unterstrich, dass der Konzern im Bereich Forschung und Entwicklung keine Kürzungen vornehmen wolle. Die Lkw-Sparte des Daimler-Konzerns beschäftigt weltweit rund 80.000 Mitarbeiter.

Daimler fordert Investitionen in die Infrastruktur

Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler hat zur Ankurbelung der Konjunktur verstärkte Investitionen im Baubereich verlangt. Renschler sagte der Nachrichtenagentur AP in Stuttgart: "Im Bereich Straßenbau, bei den Schifffahrtswegen und beim Ausbau des Schienennetzes gibt es einen großen Investitionsstau in Europa." Jeder dort investierte Euro helfe der Konjunktur und den Nutzfahrzeugherstellern.

Renschler mahnte erneut den Ausbau der Autobahnen in Deutschland an, um das steigende Transportvolumen bewältigen zu können. Autobahnen sollten so weit es gehe dreispurig ausgebaut werden. Zugleich kritisierte der Manager die Erhöhung der Lkw-Maut Anfang kommenden Jahres. Der Beschluss sei in der gegenwärtigen Phase definitiv ein falsches Signal. Die Spediteure seien schon jetzt enorm finanziell belastet. "Es ist sehr kontraproduktiv in einer Zeit wie dieser zusätzliche Mittel abzuschöpfen, die gerade jetzt dringend für Investitionen benötigt werden."

Bislang wurden für Lastwagen ab zwölf Tonnen Gesamtgewicht, abhängig von Schadstoffausstoß und Achsenzahl, zwischen 10 und 15,5 Cent Nutzungsgebühr pro Kilometer Autobahn fällig. Ab 1. Januar 2009 beträgt die Gebühr zwischen 14 und 29 Cent.

Quelle: afp

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
EM im Büro - Rechte und Pflichten

Vorher Chef fragen

EM im Büro - Rechte und Pflichten

Auch wenn die deutsche Elf kickt - Arbeitnehmer dürfen im Büro nicht ohne Absprache mit dem ... mehr 

EM-Party darf nicht zu laut sein

Tipps für Mieter

EM-Party darf nicht zu laut sein

Egal ob in der Wohnung, auf dem Balkon oder der Terrasse - Mieter dürfen während der Fußball-Europameisterschaft die Spiele auch zusammen mi ... mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region
Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Mehr als 140 Tote bei Fluzeugabsturz in Nigeria

Bei einem Flugzeugabsturz am Sonntagabend in Nigeria sind vermutlich alle 147 Passagiere ums Leben gekommen. Auch am Boden gab es Opfer. mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten

Der Parteitag der Linken

Lafontaine-Lager setzt sich durch

Die ostdeutschen Landesverbände mussten beim Parteitag der Linken in Göttingen eine Niederlage einstecken. Bernd Riexinger und Katja Kipping setzten sich in einer Kampfabstimmung als neue Parteichefs durch. Damit behält das Lafontaine-Lager die ... von Eva Quadbeck  mehr

 

Besuch bei der EM

Merkel entscheidet spontan

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will kurzfristig entscheiden, ob sie Spiele der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine besuchen wird. mehr

 
 

Dramatischer Appell von Joschka Fischer

"Das europäische Haus steht in Flammen"

 

Nach der Wahl von Kipping und Riexinger

Linke Angst vor der Bedeutungslosigkeit

 

Angebliche Propaganda-Veranstaltung

Nordkorea droht mit Raketenangriff auf Medien

 

Vor schwarz-gelbem Koalitionsgipfel in Berlin

Selbstbewusste FDP stichelt gegen CSU

 
Strom-Rechner

kWh
vergleichen