Unternehmen geht die Puste aus: Warum Börsengänge scheitern
zuletzt aktualisiert: 08.11.2004 - 15:00Frankfurt/Main (rpo). Die Flaute an der Deutschen Börse schien im Frühjahr dieses Jahres beendet zu sein. Unternehmen zog es im Fahrwasser der Deutschen Post, die den Börsengang der Postbank ankündigte, zum Parkett hin. Den meisten ging unterwegs die Puste aus, mit der Postbank schafften es gerade einmal fünf Unternehmen.
Sie sind auf dem Parkett vertreten: die Mitteldeutschen Fahrradwerken (Mifa), der Kassenautomatenhersteller Wincor Nixdorf, die Berliner Biotechnologiefirma Epigenomics und nun auch das Passauer Elektronikunternehmen InTiCom.
Vorwurf: Preistreiberei und mangelnde Transparenz
Ihnen ging die Kraft verloren: Der Erfurter Chiphersteller X-Fab musste zwei Tage vor der geplanten Erstnotierung am 17. März seine Premiere im Handel nach zahlreichen Pannen absagen. Die Anleger hatten dem Unternehmen die kalte Schulter gezeigt sowie mangelnde Transparenz und Preistreiberei beklagt.
Wenige Tage später strich auch der Halbleiterzulieferer Siltronic seinen für den 26. März geplanten Börsengang. Die Tochter des Münchner Chemiekonzerns Wacker verwies auf unsichere Märkte und will in ruhigerem Fahrwasser wieder einen Anlauf wagen.
Angst vor Unsicherheit
Die Werkstattkette Auto-Teile-Unger (A.T.U.) zog Ende Mai bei ihrem für Mitte Juni geplanten Börsengang die Notbremse. Die Bedingungen für Neuemissionen seien schwierig, die Börsenlage unsicher, erklärte A.T.U. und wurde stattdessen an einen US-Investor verkauft.
Auch der Oldenburger Versorger EWE, Air Berlin oder die TUI-Tochter Hapag-Lloyd haben bis auf weiteres ihre Börsenpläne begraben. Wenn sich in diesem Jahr doch noch einer traut, wäre das eine echte Überraschung.
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