Überweisung an Lehman Brothers: Weitere Pannen bei der KfW enthüllt
zuletzt aktualisiert: 03.10.2008 - 17:56München (RPO). Über die Überweisung der KfW an die US-Investmentbank Lehman Brothers kurz vor deren Pleite sind neue Details bekannt geworden: Eine Reihe von Pannen soll zu der Überweisung und dem anschließenden Millionen-Verlust geführt haben.
Das geht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" aus einem internen Prüfreport hervor, der für das Verwaltungsrat der KfW angefertigt wurde, der die Staatsbank beaufsichgt. Dem Bericht zufolge hatte die Bundesbank, über die der Geldtransfer erfolgte, die Überweisung zunächst gestoppt. Auf dem betreffenden Konto der KfW bei der Bundesbank sei nicht genügend Geld gewesen. Daraufhin habe die KfW das Konto eigens aufgefüllt.
Der Untersuchungsbericht ist laut Zeitung als "streng vertraulich" gekennzeichnet und wurde von der Wirtschaftsprüfergesellschaft Pricewaterhouse Coopers für den Verwaltungsrat der KfW erarbeitet, der von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) geleitet wird. Darin seien auf 28 Seiten zahlreiche Fehler aufgelistet, die zu der Überweisung der 319 Millionen Euro geführt hätten. Die Transaktion war Teil eines Devisengeschäfts.
Dem Prüfbericht zufolge habe die KfW am 15. September um 8.37 Uhr die Zahlungsanweisung an die Bundesbank herausgeschickt, über die der Transfer erfolgte. Die Auszahlungsanweisung sei dann um 8.44 Uhr wegen "mangelnder Deckung auf dem betreffenden KfW-Konto bei der Bundesbank" von dieser zurückgewiesen worden. Daraufhin habe die KfW dafür gesorgt, dass auf ihrem Konto bei der Bundesbank genügend Geld vorhanden gewesen sein. Danach sei die Auszahlung an Lehman um 8.53 Uhr erfolgt. Wenige Stunden später war Lehman insolvent.
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